Exposé nährt Gerücht über Verkauf
Markant, aber nicht unter Denkmalschutz: Die Medienfabrik war in Gütersloh eine der ersten Fabriken, die für eine Büronutzung saniert und mit modernen Anbauten kombiniert wurde.  Bild: Dinkels

Der gehört nach wie vor zu gleichen Teilen den Güterslohern Heino Nollmann und Bernd Vieregge. Ein vertrauliches Exposé, das aus diesem Jahr stammt, nährt Gerüchte, das Gebäude stehe zum Verkauf. Heino Nollmann lässt auf Nachfrage der „Glocke“ keine Zweifel zu: „Die Medienfabrik wird nicht verkauft. Es gibt keinen Verkäufer, es gibt keinen Käufer, damit gibt es auch kein Geschäft.“ Er könne sich nicht erklären, wie das Exposé in Umlauf gelangt sei. Vor einem Jahr habe es mal einen Interessenten gegeben, damals sei die Möglichkeit ausgelotet worden. Das habe sich aber schnell zerschlagen.

Mitinhaber Bernd Vieregge sagt auf Nachfrage ebenfalls: „Ich weiß davon nichts.“ Die Verfasserin des Exposés eines Bielefelder Unternehmens zeigt sich entsetzt darüber, dass Dritte Kenntnis von dem Schriftstück erlangt haben, das an nur wenige Adressaten gegangen sei. Sie erklärt auf Anfrage ebenfalls: „Das Objekt wird nicht verkauft.“ Ist also nichts dran an der Geschichte, die Radio Gütersloh am Donnerstag zuerst vermeldete?

Tatsächlich heißt es im Exposé eingangs, dass dem Bielefelder Unternehmen durch die Eigentümer die Möglichkeit eingeräumt worden sei, das Objekt einem exklusiven Kundenkreis anzubieten. Kaufpreis: 4,8 Millionen Euro (netto). Ausdrücklich hingewiesen wird darauf, dass auf der Vorderseite an der Straße noch ein Büroturm mit einer Nutzfläche von 800 Quadratmetern errichtet werden könne, für den eine komplette Planung nebst Baugenehmigung vorliege. Weitere Flächen auf dem 6500 Quadratmeter großen Grundstück in Gütersloh, einem „Standort mit Weltgeltung“, seien bebaubar.

Damit keine Missverständnisse aufkommen: Der Mietvertrag mit der Arvato-Tochter als Ankermieterin ist erst Anfang des Jahres um sechs Jahre verlängert worden samt Option auf weitere fünf Jahre – auch darauf wird neben anderen relevanten Daten ausdrücklich hingewiesen. Der aus mehreren Gebäudeteilen bestehende Komplex ist überdies komplett vermietet.

Bleibt die Frage: Wozu ein Exposé, wenn es keine Verkaufsabsicht gibt? Die Antwort kennen wohl nur die Eigentümer.

Die ehemalige Stärkefabrik aus dem späten 19. Jahrhundert wurde 1997 komplett saniert und 2001 um einen modernen Anbau erweitert. 2010 wurden auch ehemalige Druckerei-Räume für eine Büronutzung umgewandelt.

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