Fachhochschule will Standort erweitern
Bild: Dinkels
Auf dem Kasernengelände an der Verler Straße wird bereits unterrichtet. Dort ist die King’s School ansässig, in der Kinder von britischen Militärangehörigen aus der Region beschult werden. Die Kaserne ist eine Option, einen Fachhochschulcampus anzusiedeln. 
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Erste Andeutungen hatte Professor Dr. Lothar Budde bereits im April im Gütersloher Bildungsausschuss gemacht. Der Dekan des Fachbereichs Ingenieurwissenschaften und Mathematik sprach damals von bis zu 1000 Studenten und einem eigenen Campus („Die Glocke“ berichtete). Das Land sollte in die Finanzierung einsteigen.

„In enger Abstimmung zwischen der Hochschulleitung, dem Fachbereich und dem Lenkungskreis des Studienorts wurde ein innovatives Konzept entwickelt und in die politische Beratung gegeben“, erklärte FH-Sprecher Detlev Grewe-König auf Anfrage. Zum Inhalt äußerte er sich nicht. Nur soviel: „Aus Perspektive der Fachhochschule Bielefeld ist es wünschenswert, den Studienort Gütersloh mit mehr als 240 Studierenden dauerhaft und nachhaltig zu betreiben. Die beste Lösung wäre ein eigener Fachbereich.“

Dekan Budde hatte im April schon länger bestehende Pläne bekräftigt, dass die beiden heutigen berufsbegleitenden Bachelor-Studiengänge Wirtschaftsingenieurwesen und Mechatronik/Automatisierung künftig auch als Master-Studiengänge angeboten werden sollen – möglichst ab 2017. Nicht bestätigen wollte der FH-Sprecher einen Bericht, laut dem künftig in Gütersloh auch die Studiengänge Digitale Technologien, Product Service Engineering (zum Beispiel Wartung von Maschinen im Ausland vom Unternehmenssitz aus) und Logistik angeboten werden sollen.

Auch eine Ministeriumssprecherin äußerte sich auf Anfrage ausweichend. Man habe „Kenntnis von Überlegungen, die einen Ausbau in Gütersloh betreffen“. Danach befänden sich die FH Bielefeld und interessierte Akteure derzeit in Gesprächen über einen solchen Ausbau. Das Ministerium „steht dem Thema offen gegenüber. Bevor wir uns dazu im Detail äußern können, müssen wir aber erst einmal den weiteren Verlauf der Gespräche abwarten“. Außerdem merkte die Sprecherin an, „dass die FH Bielefeld im Rahmen ihres Budgets selbstständig Studienangebote in Gütersloh einführen (oder auch einstellen) kann“.

Der städtische Bildungsdezernent Joachim Martensmeier, Mitglied des Lenkungskreises für den Studienort Gütersloh, sagte der „Glocke“ zum Standort Mansergh Barracks: „Wir halten das für eine interessante Möglichkeit und könnten uns das durchaus vorstellen.“ Der Konzeptantrag sei mit der Stadt abgesprochen. Wegen der stadtnahen Lage sei das Kasernen-Gelände durchaus geeignet. „Wir prüfen auch andere Varianten“, verriet Martensmeier – ohne zu sagen welche. Der Dezernent: „Wir sind daran interessiert, Gütersloh dauerhaft als Standort für Forschung und Lehre zu etablieren. Das wäre vorteilhaft für die Unternehmen in der Region und die Bildungslandschaft in Gütersloh.“

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