Fahrer stiehlt Waren vom Lastwagen
Bild: Bojak
Vor dem Amtsgericht Gütersloh musste sich am Montag ein 62-jähriger Lastwagenfahrer verantworten, weil er aus den Fahrzeugen des Logistikunternehmens, bei dem er beschäftigt war, Waren gestohlen hatte.
Bild: Bojak

Außerdem muss der Angeklagte, der bisher noch nicht straffällig geworden war, eine Geldbuße von 3000 Euro in monatlichen Raten von 100 Euro zahlen.

Im Jahr 2016 soll der Mann, der als Lkw-Fahrer bei einem Logistikunternehmen mit Sitz in Maasberg angestellt gewesen war, zwischen Januar und Mai bei acht Fahrten Tabakwaren und Elektroartikel, zum Beispiel Laptops, vom Anhänger seines Lastwagens gestohlen haben. Laut Anklageschrift wurde anhand der Lieferscheine eine Schadenssumme von mehr als 37 000 Euro ermittelt.

Angeklagter gesteht teilweise

Der 62-Jährige entfernte laut Anklage während seiner Pausen die Plomben, mit denen der Planenwagen gesichert war, und versteckte die Elektrogeräte sowie Tabakwaren im Führerhaus. Anschließend soll er einen Teil seiner Beute gewinnbringend verkauft haben. Den Tabak soll er selbst behalten haben.

Der Gütersloher gestand die Tat, ließ jedoch über seinen Verteidiger Dr. Holger Rostek erklärte, dass er die Plomben nicht entfernt habe. Auf Nachfrage des Strafrichters, wie er stattdessen an die Waren gelangt sei, erklärte der Angeklagte, dass sich bei älteren Lastwagen – und so einen sei er gefahren – während der Fahrt die Sicherheitsvorrichtungen des Aufliegers lockerten. So sei es ihm nach einigen Kilometern Fahrt möglich gewesen, die Waren durch einen Spalt in der Plane herauszuziehen.

Außerdem merkte sein Verteidiger an, dass von 367 gestohlenen Artikeln 195 zurückgegeben worden seien, wodurch sich die Schadenssumme auf rund 20 000 Euro reduziere.

Einzelheiten können nicht geklärt werden

Staatsanwalt Nils Wennemann beeindruckte die Argumentation des Verteidigers wenig. Er plädierte weiter auf schweren Diebstahl, zumal der Angeklagte das restliche Diebesgut mutmaßlich weiterverkauft habe, was auf eine hohe kriminelle Energie hindeute.

Auch diese Beschuldigung bestritt der 62-jährige Gütersloher. Er will die Waren zuhause gelagert und höchstens an Familienmitglieder verschenkt haben. Wo das restliche Diebesgut geblieben ist – bei der Durchsuchung der Wohnung des Angeklagten durch die Polizei wurden es nicht gefunden – blieb offen. Eine Antwort über seine Beweggründe, Tabakwaren und Elektroartikel zu stehlen, bekamen Richter und Staatsanwalt von dem Angeklagten ebenfalls nicht.

SOCIAL BOOKMARKS