Familiendrama an der Königstraße
Polizeisprecher Karl-Heinz Stehrenberg vor dem Haus an der Königstraße: Am Mittwoch wurde dort in einer Wohnung eine tote Frau und ihr schwer verletzter Ehemann gefunden.

Außerdem wurde eine Schusswaffe im Schlafzimmer sichergestellt. „Wir gehen davon aus, dass kein Dritter an dem Tötungsdelikt beteiligt ist“, erklärte Karl-Heinz Stehrenberg, Pressesprecher der Gütersloher Polizei am Mittwochnachmittag. Der verletzte Mann konnte nicht zu dem Vorgang befragt werden. Erste vage Vermutungen laufen darauf hinaus, dass der Mann zunächst seine Frau getötet hat, und sich dann selbst das Leben nehmen wollte. Gegen 13.40 Uhr am Mittwoch waren die Tochter des Gütersloher Ehepaars und der Schwiegersohn zur Citywache an der Königstraße gekommen und hatten um Unterstützung durch die Beamten gebeten. Die Tochter gab an, seit Sonntag keinen Kontakt mehr zu ihren Eltern gehabt zu haben. Als sie gemeinsam mit ihrem Ehemann am Mittwoch zum Wohnhaus der Eltern an der Königstraße gekommen sei, habe sie bemerkt, dass der Briefkasten überquelle und die Zeitungen nicht in die Wohnung geholt worden seien. Einen Schlüssel für die Wohnung im ersten Stockwerk hatte die Tochter nicht. Auf das Klingeln reagierte niemand.

Ehefrau liegt tot auf dem Bett

Die Polizei benachrichtigte die Feuerwehr, die mit Einsatzwagen, Leiterwagen und Rettungswagen ausrückte. Die Einsatzkräfte brachen die Tür zur Wohnung auf. „Die Tür war von innen verschlossen. Der Schlüssel steckte“, beschrieb Stehrenberg die Situation, die die Rettungsmannschaft vorfand. „Die Frau lag tot im Schlafzimmer auf dem Bett, der Mann verletzt davor.“ Der 71-jährige wurde sofort in ein Gütersloher Krankenhaus gebracht. Befragt werden konnte er noch nicht. Am Nachmittag durchsuchten die Beamten der Mordkommission aus Bielefeld die Wohnung. Auch die Spurensicherung und der Staatsanwalt Veit Walter sahen sich den Tatort an, um das Motiv für das Tötungsdelikt zu finden. „Es sieht so aus, als habe die Tat einen familiären Hintergrund“, vermutete Karl-Heinz Stehrenberg. Die Tochter und der Schwiegersohn konnten am Mittwoch noch nicht vernommen werden. Sie wurden von der Notfallbegleitung betreut, nachdem die tote Mutter in der Wohnung gefunden worden war.

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