Freitags um zwölf auf dem Dreiecksplatz
Vertrauter Platz: Jeden Freitag um 12 Uhr läutet Martin Rogalski mit seinem Dudelsackspiel auf dem Dreiecksplatz das Wochenende ein – seit genau fünf Jahren. Viele Anlieger und Besucher genießen die Viertelstunde mit den ungewöhnlichen Klängen.

Seit genau fünf Jahren macht der Sozialpädagoge, der beim Wertkreis arbeitet, das nun schon, bei jedem Wind und Wetter, auch im Winter. „Freitags um 12, das ließ sich einfach gut mit meinen Arbeitszeiten vereinbaren“, blickt der 49-Jährige auf die Anfänge zurück. „Damals habe ich Volker Wilmking von der ‚Musikiste‘ zu seinem Jubiläum ein Ständchen gebracht und dann kam die Frage auf, ob ich das nicht regelmäßig machen könnte.“

Dudelsackspieler erfüllt Musikwünsche

Gesagt, getan. Viele Anlieger und regelmäßige Besucher des Dreiecksplatzes warten jeden Freitag auf ihn und genießen die selten zu hörende Musik. Oft wird Rogalski angesprochen. „Fast ausschließlich positiv“, sagt er. „Viele sagen mir, dass sie den Dudelsack gern hören, oder haben Musikwünsche.“ Es seien auch schon Schotten vorbeigekommen und hätten sich traditionelle Märsche auf ihrem National-Instrument gewünscht. Selbst vor ihren strengen Ohren konnte Rogalski bestehen.

Autodidakt

Dabei hatte er nie Unterricht. Als Autodidakt fing er vor mehr als 20 Jahren an, die Sackpfeife zu erobern. Auslöser war ein Schottlandbesuch. Heute schmunzelt der Gütersloher über seine Unbedarftheit: „Ich dachte, das kann doch nicht so schwer sein, und kaufte mir in Edinburgh meinen ersten Dudelsack.“

Sieben Jahre lernen

Die Schotten sagen, dass man sieben Jahre braucht, um das Instrument richtig zu erlernen. Wie wahr das ist, merkte Martin Rogalski zurück in der Heimat. „Nach knapp zwei Jahren Üben kamen die ersten ordentlichen Töne raus.“ Dass er früher Trompete gespielt hatte, half ihm nicht – der Ansatz ist ein völlig anderer. Inzwischen spielt er einen großen, qualitativ hochwertigen Dudelsack aus Schottland, 2500 Euro teuer. Um das Niveau auf dem anspruchsvollen Instrument zu halten, übt Martin Rogalski jeden Tag eineinhalb Stunden lang. Im Winter im Keller, im Sommer an einsamen Stellen in der freien Natur. „Der Dudelsack ist einfach mein Instrument.“ Was ihn antreibt, ist „die ständige Herausforderung, dass es so klingt, wie ich es mir vorstelle“.

Entspannt ins Wochenende

Das Martialische am Dudelsack, der auch als Kriegspfeife bezeichnet wird und fürs Marschieren konzipiert wurde, sei nicht sein Ding, auch wenn er die entsprechende Literatur beherrsche, sagt der 49-Jährige. „Mir ist wichtiger, dass die Musik beschwingt klingt.“ So können er und seine Zuhörer auf dem Dreiecksplatz entspannt ins Wochenende starten.

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