„Friederike“ richtet starke Schäden an
Bild: Eickhoff
In Friedrichsdorf ist eine Frau unter diesen Baum geraten und schwer verletzt worden. Sie wurde in ein Bielefelder Krankenhaus gebracht.
Bild: Eickhoff

Als am Nachmittag der Sturm wieder abflaute und die Orkanböen nachließen, verzeichneten Polizei und Feuerwehr im Kreis Gütersloh 753 Einsätze (Stand 15.45 Uhr). Mit 146 Notrufen lag der Schwerpunkt in Gütersloh.

Die städtische Feuerwehr hatte sich laut Sprecherin Susanne Zimmermann personell auf den Sturm vorbereitet und einen örtlichen Stab gebildet. Am schlimmsten traf es die Frau in Friedrichsdorf. Zunächst hatte es geheißen, sie sei in ihrem Auto unter einen Baum geraten. Präzise Informationen gab es bis zum Abend nicht, nur dass sie in ein Krankenhaus gebracht wurde und wohl keine Lebensgefahr bestehe.

Die meisten weiterführenden Schulen schickten ihre Schüler vormittags nach Hause oder stellten es ihnen frei zu gehen. In den angefragten Grundschulen wurde weiter unterrichtet.

Die Stadt und die Feuerwehr richteten am Mittag den Appell an alle Einwohner, wenn möglich zu Hause zu bleiben oder zumindest Park- und Grünanlagen zu meiden. Um 14.19 Uhr warnte die Polizei „dringend davor, sich auf die Straße zu begeben“.

Der Fachbereich Stadtreinigung stellte die Müllabfuhr ein und bildete Notfallteams, um etwa für Räumeinsätze zur Verfügung zu stehen. Hausmüll und Kompost, der am Donnerstag nicht abgeholt werden konnte, soll nach Auskunft von Matthias Maurer, Leiter des Fachbereichs Stadtreinigung, am Freitag und am Samstag abtransportiert werden.

Die Polizei gehörte selbst zu den Gebeutelten: An der Wache an der Herzebrocker Straße wurde das Dach eines Nebengebäudes komplett abgehoben und es fiel in den Innenhof. Teile des Dachs des Hauptgebäudes wurde heruntergerissen und beschädigten Dienst- und Privatfahrzeuge. Die Beamten durften das Gebäude vorerst nicht verlassen. Die Zuwegungen waren auch am späten Nachmittag noch abgesperrt.

Ulrich Ackermann stand in seiner Wohnung an der Bultmannstraße und telefonierte gerade, als er große Styroporbrocken am Fenster vorbeifliegen sah. Von dem Mehrfamilienhaus wurde fast das gesamte Dach heruntergerissen. Ackermann war 2011 in den Neubau eingezogen. Andernorts war es nicht gleich das ganze Dach, aber Ziegel flogen vielerorts umher.

Die Stadtwerke berichteten von Spannungsschwankungen im Stromnetz und nannten Sturmauswirkungen auf eine Höchstspannungsleitung im vorgelagerten Netz als Grund. Mehrere Ampelanlagen fielen aus, zum Beispiel an der Straße Unter den Ulmen. Auch bei vielen Stadtbuslinien gab es Beeinträchtigungen.

Schulen schicken Schüler heim

Die Schulen in Gütersloh haben angesichts der Warnung vor Sturmtief Friederike am Donnerstag unterschiedlich reagiert. Die Leitung des Städtischen Gymnasiums entschied: Hier sind die Kinder sicher aufgehoben. „Bei uns findet ganz normal Unterricht statt“, sagte Schulleiter Axel Rotthaus gegen 11 Uhr auf Nachfrage. „Wir schicken die Schüler nicht von uns aus nach Hause. Womöglich steht dort sonst jemand vor verschlossener Tür.“ Schüler, die am Donnerstag wegen der Sturmwarnung erst gar nicht zur Schule gekommen seien, seien entschuldigt.

So lautete auch die Auskunft aus der Grundschule Altstadtschule. Es werde nach dem normalen Stundenplan unterrichtet. Auch der Ganztag werde wie gewohnt angeboten. In der Kapellenschule wurde ebenfalls wie gewohnt unterrichtet, die Offene Ganztagsbetreuung stand bis 17 Uhr zur Verfügung.

„Wir haben die Eltern per Telefon und E-Mail darüber informiert, dass sie ihre Kinder nach der dritten Stunde ab 10.35 Uhr abholen können“, erläuterte Martin Fugmann, Direktor des Evangelisch Stiftischen Gymnasiums, wie auf Friederike reagiert worden sei. „Mädchen und Jungen, die nicht abgeholt worden sind, konnten unter Aufsicht in der Aula bleiben.“ Gegen 11.30 Uhr seien aber die letzten Schüler gegangen. Das Schulgelände sei daraufhin abgesperrt worden. „Die Schüler sind bei uns im Gebäude sicher“, ergänzte Fugmann. Aber weil am Morgen nicht abzusehen gewesen sei, wie sich der Sturm entwickeln würde, habe die Schulleitung entschieden, die Kinder früh nach Hause zu schicken. „Gegen 11.30 Uhr war es noch relativ ruhig.“

An der Janusz-Korczak-Gesamtschule endete der Unterricht nach der zweiten Stunde, an der Geschwister-Scholl-Realschule nach der dritten Stunde, genau wie an der Freiherr-vom-Stein-Schule. „Ich bin mit einer Kollegin durch alle Klassen gegangen und wir haben uns informiert, ob die Schüler nach Hause gehen können“, sagte Jörg Witteborg, Leiter der Anne-Frank-Gesamtschule. Viele Eltern seien berufstätig. Die meisten Kinder hätten die Schule nach der dritten Stunde verlassen.

SOCIAL BOOKMARKS