Friedrichsdorfer geben Hoffnung nicht auf
Bild: Dinkels
Bei leichtem Schneefall bahnte sich der Demonstrationszug seinem Weg auf der Avenwedder und Windelsbleicher durch Friedrichsdorf. Die Forderung: weniger Verkehr im Ort damit weniger Lärm und Gestank.
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Josef Außendorf, Sprecher der Bürgerinitiative Umgehungsstraßen Friedrichsdorf, hat mitgezählt: Zum 36. Mal seit 2011 sind die Anwohner am Freitag auf die Straße gegangen, um gegen Lärm und Gestank zu protestieren, das erste Mal in diesem Jahr.  Gut 50 Teilnehmer kamen trotz widriger Witterungsbedingungen, deutlich weniger als früher.

Unverständnis für Entscheidung

Vor knapp sieben Jahren hatte die damalige rot-grüne Landesregierung die Süd- und die Ostumfahrung für den Gütersloher Stadtteil von der Prioritätenliste gestrichen, vor allem auch wegen des Widerstands aus Bielefeld. Seit dem Regierungswechsel in Düsseldorf haben sich die Aussichten indes kaum verbessert.

„Ich kann nicht verstehen, dass die Umfahrung in Herzebrock-Clarholz gebaut werden soll und in Friedrichsdorf nicht“, sagte Außendorf bei der Kundgebung auf der Kreuzung.

„Die haben 12.000 Autos am Tag, wir haben 22.000.“ Schuld an der Misere seien die Grünen in der Stadt und im Land. Mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Raphael Tigges habe man indes einen Fürsprecher in Düsseldorf („ein Glücksfall für Friedrichsdorf“).

Bürgerinitiative setzt Kundgebungen fort

Die Kundgebungen setze man auch deshalb fort weil Landesverkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) bei seinem Besuch im vorigen August die Bürgerinitiative aufgefordert habe, in ihrem Engagement nicht nachzulassen.

Der „Glocke“ sagte Außendorf, man habe sich darauf verständigt, jeweils am Freitag eine Woche vor Beginn der Sommer- und der Herbstferien erneut zu demonstrieren.

Die Solidarität der Stadtverwaltung bekundete die Technische Beigeordnete Nina Herrling mit ihrer Teilnahme. „Die Stadt Gütersloh verfolgt das Ziel, die Friedrichsdorfer zu unterstützen und Entlastung zu schaffen“, sagte Herrling.

Sie könne allerdings „nicht versprechen, dass wir hier schnell Veränderungen hinbekommen“. Möglicherweise führe der Lückenschluss der A 33 mit entsprechender Beschilderung zu einer Verbesserung.

Gespräche auf Verwaltungsebene

Unterdessen hat die Verwaltung mit Bielefeld Gespräche aufgenommen. Sie würden auf der Fachebene der Verkehrsplaner geführt, sagte Herrling: „Wir haben jetzt eine einheitliche Datengrundlage“, sagte sie mit Blick auf jüngste, aber auch schon drei Jahre alte Verkehrszählungen.

Über die Gespräche werde am Dienstag im Planungsausschuss berichtet (17 Uhr, Ratssaal). Näher ließ sich die Beigeordnete dazu nicht ein, und von einer Annäherung wollte sie schon gar nicht sprechen.

Der Verkehr führt in Friedrichsdorf nicht nur zu einer unmittelbaren Beeinträchtigung der Anwohner. Er behindert auch die weitere Entwicklung des Ortsteils vor allem im Umfeld der Kreuzung.

Auf zwei Straßen mehr Verkehr

Die letzte Verkehrszählung in Friedrichsdorf stammt von September 2015. Damals wurden an einem Tag auf der Avenwedder Straße 11 205 Fahrzeuge gezählt. Der Anteil des Schwerlastverkehrs betrug 5,7 Prozent.

Auf der Windelsbleicher Straße waren es 10 533 Fahrzeuge bei einem Lastwagen-Anteil von 6,6 Prozent. Auf beiden Straßen ist die Belastung seit Öffnung der Autobahn-Anschlussstelle Buschkampstraße im Jahr 2012 gestiegen.

Auf der Brackweder Straße ging die Zahl auf 8396 Fahrzeuge zurück (Schwerlastanteil 7,4 Prozent). Auf der Paderborner Straße waren es 6087 mit einem Lastwagenanteil von 5,4 Prozent.

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