Gemeinsam feiern fördert echte Gemeinschaft
Buchweizenpfannkuchen die auf der Zunge zergingen, boten (v. l.) Swetlana Detzel, Irina Hörner und Olga Siemens aus dem deutsch-russischen Kulturverein „Wasilissa“ standen mit Kopfbedeckung, genannt „Kakoschnik“ hinter dem Stand. Bilder: Borgelt

 In landestypischen Trachten zeigten Mädchen und Jungen unter anderem einen Tanz, der die Krise des Landes darstellen sollte. Am Ende bedeckten sie sich mit der früheren und der aktuellen albanischen Flagge. Damit wollten die Tänzer auf die Massaker hinweisen, die in ihrer Heimat verübt worden sind.  Der Frauenclub war nur eine von zahlreichen Folklore- und Musikgruppen, die das internationale Fest am Samstag an der Stadthalle gestalteten. „In Gütersloh leben Menschen aus mehr als 100 Nationen“, sagte Eckhard Sander, der Integrationsbeauftragte der Stadt.

Duft fremder Länder

An 45 Ständen boten sie landestypische Spezialitäten an. Das Getränkeangebot reichte vom assyrischen Cocktail bis zum frisch gezapften Sagres aus Portugal. Der Duft von Gebratenem zog über die Veranstaltungsfläche. Wer Appetit bekam, hatte die Wahl zwischen aramäischen Kutle, das sind Weizenteigtaschen mit Hackfleisch und Zwiebeln, einem Köfte Teller mit Frikadellen und Salat aus der türkischen Küche, oder Blinys, den dünnen russischen Pfannkuchen. Swetlana Detzel, Irina Hörner und Olga Siemens standen mit perlengeschmückter Kopfbedeckung hinter ihrem Stand. „Die Kakoschnik gehört zur russischen Tracht“, sagen die Frauen aus dem deutsch-russischen Kulturverein „Wasilissa“. Nebenan verbreitete die „portugiesische Bratwurst“, wie Grillmeister Armando Sampaio scherzhaft die gegrillten Sardinen bezeichnete, ein besonders intensives Aroma.

Nachmittag mit der Maus

Sehnsüchtig erwarteter Gast bei Gütersloh International war „Die Maus“ aus dem WDR-Fernsehen. Mit Moderator André Gatzke kam sie in das Foyer der Stadthalle und berichtete vom „Lesespaß“. Die jungen Gäste waren begeistert. Auch das Stück „Großmutters Geburtstag“ von der Salzburger Puppenbühne stieß bei den Mädchen und Jungen auf Interesse. So waren alle Besucher zufrieden mit der 36. Auflage des Nationen-Festes. In nur einer Stunde waren 600 Lose einer Tombola zugunsten der Veranstaltung verkauft. Der Theodor-Heuss-Platz war den ganzen Tag gut gefüllt. Das Wetter bot optimale Voraussetzungen für ein nettes Gespräch mit Freunden und Bekannten. „Nicht nur das Feiern ist unser Anliegen“, sagte Bürgermeisterin Maria Unger. Seit mehreren Jahrzehnten sei es Ziel, junge und ältere Menschen mit ausländischen Wurzeln zu integrieren.

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