Genau gemessen und für gut befunden
Stadtbaurat Josef-E. Löhr (Mitte) mit zweri Experten vom Wertkreis.

Die erste Frau von Gütersloh begleitete mit Interesse die Prüfmaßnahmen und möchte das Emblem am 5. Mai offiziell auf dem Kolbeplatz entgegennehmen, wenn der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung stattfindet. Dass im Rathaus nämlich schon allerlei getan worden ist, damit Behinderte klar kommen und sich wohl fühlen, bestätigten der Behindertenbeauftragte der Stadt, Ulrich Lauch, und sein Stellvertreter Werner Steinberg. Die beiden träten der Stadt auf die Füße, wenn etwas nicht stimmt, sagte die Bürgermeisterin, und das sei gut so. Dezernent Joachim Martensmeier ergänzte: „Wir müssen das Bewusstsein für die Notwendigkeit, allen behinderten Menschen die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen, in den Köpfen verankern.“

Mit dem Zollstock in der Hand

Die fünf Experten des Wertkreises mit ihren zwei Betreuern ließen sich kein X für ein U vormachen. Sind die Aufzüge zu schmal? Wie sieht es mit den Maßen der Behindertenparkplätze aus? Und das Eingangsportal? „2 Meter 36 – passt“, gab Barbara Sickenstroth mit dem Zollstock in der Hand zu Protokoll. Insgesamt 30 Positionen hielt die Checkliste bereit. Davon müssen mindestens 60 Prozent die Bedingungen erfüllen, damit das Signet verliehen werden kann. Zum Schluss stellte Teamsprecher Jürgen Linnemann fest, ohne der genauen Auswertung vorgreifen zu wollen: „Das Rathaus wird das Emblem bekommen.“ Wie übrigens auch das Kreishaus, das die Expertengruppe eine Woche zuvor unter die Lupe genommen hatte. Es ist wie beim TÜV: Gewisse Mängel findet das Expertenteam, das sich im ebenfalls ausgezeichneten Flussbetthotel intensiv vorbereitet hatte, wie Wertkreis-Geschäftsführer Martin Henke betonte, fast immer. So seien im Kreishaus die Toiletten für Behinderte zu hoch, bemängelte Jürgen Linnemann.

Grundbedingungen sind geschaffen

Eine Prüfung auf Behindertengerechtheit kann beim Wertkreis jederzeit beantragt werden. Nicht nur von Behörden, sondern auch von Arztpraxen, Geschäften oder Restaurants. Außer dem Signet „Bewegen“ sind Prüfungen in den Bereichen Orientieren, Hören und für Menschen mit geistiger Einschränkung vorgesehen. „Auch dafür sind die Grundbedingungen im Gütersloher Rathaus geschaffen“, sagt Ulrich Lauch und verweist auf das im Bürgerbüro eingerichtete Beratungszimmer für Hörgeschädigte.

SOCIAL BOOKMARKS