General zwischen Gütersloh und Afghanistan
Brigadekommandeur Ewen McLay. Bild: Dinkels

Und Mitte 2013 wird den Schotten nach dem üblichen Zwei-Jahres-Rhythmus wohl eine neue Aufgabe ereilen. Ungewiss bleibt hingegen weiterhin der von der Regierung verkündete Abzug der britischen Streitkräfte aus Deutschland bis 2020.

Seit März führt der 45-Jährige als inzwischen elfter Kommandeur seit 1994 die 102. Logistik-Brigade in den Princess-Royal-Barracks und die Garnison Gütersloh. Unter seinem Kommando stehen rund 4000 Soldaten in Deutschland und im Vereinigten Königreich. In Gütersloh sind es rund 2800.

Dabei ist McLay nicht nur militärischer Befehlshaber, sondern auch eine Art Standortältester. Das bedeutet, er nimmt eine Fürsorgepflicht wahr für die Familien der Soldaten, die sich im Auslandseinsatz befinden. Er selbst bezeichnet das als eine sehr wichtige Aufgabe, weil damit stets ein großes Maß an Unsicherheit verbunden sei.

Von seinen Soldaten befinden sich immer etwa 15 Prozent im Einsatz, 15 Prozent üben für den Ernstfall, 15 Prozent erholen sich davon und die übrigen leisten den alltäglichen Dienst. Zurzeit sind etwa 300 Soldaten in Afghanistan. McLay, der seinen militärischen Dienst in Deutschland begann, blickt selbst auf Einsätze in Oman, in Bosnien, im Kosovo und in Südafghanistan zurück.

In den Rathäusern in Gütersloh und Herzebrock-Clarholz hat er sich bereits vorgestellt. Am heutigen Donnerstag treten Vertreter von Rat und Verwaltung bei einer Informationstour durch die Mansergh-Barracks und die Kaserne an der Marienfelder Straße einen Gegenbesuch an. Sie wollen sich über die Liegenschaften informieren, die nach einem Abzug der Streitkräfte zur Verfügung stehen könnten.

Dafür gibt es aber laut McLay außer der Ankündigung noch keinerlei Plan. Es müssten die Voraussetzungen für die Heimkehr von rund 40 000 Menschen getroffen werden: Wohnungen, Schulen und medizinische Versorgung. Das brauche Zeit.

Der Brigadegeneral ist verheiratet und hat zwei Kinder. Anders als seine Frau Helen spricht er kaum Deutsch. Der Schotte spielt Dudelsack und zählt Radfahren, Laufen sowie Rugby zu seien Hobbys. An Gütersloh schätzt er vor allem „die Landschaft“ und auch die Nähe zum Teutoburger Wald.

Die Verkehrswacht Gütersloh, deren Schirmherr der Kommandeur traditionell ist, hat ihn am Mittwoch zum Ehrenmitglied ernannt.

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