„Genesis“-Erbe frenetisch gefeiert
Bild: Gans
Ray Wilson wurde für seine "Genesis"-Hommage in der Gütersloher Stadthalle frenetisch gefeiert.
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 Unter den Jubelnden steht auch der Mann, der das „Genesis Klassik“-Projekt nach Gütersloh gebracht hat: Ulrich Bongartz. An der Seite von Bürgermeisterin Maria Unger und dem Bertelsmann-Vorstandsvorsitzenden Hartmunt Ostrowski, die es auch schon längst von den Sitzen geholt hat, feiert der Arvato-Manager seinen Einstand als Kultur-Veranstalter. Besser hätte es für die „Gütersloh Music Nights“ gar nicht laufen können. Die Halle gefüllt, die Stimmung bestens – und die Musik: einfach perfekt.

 „Genesis Klassik“ heißt das Konzept, mit dem der Schotte Wilson und das „Berlin Symphony Ensemble“ auf Tournee sind. Sorgen, die Songs der legendären Band in Streicherschmalz versinken zu sehen, sind unbegründet. Unter den „Genesis“-Leuten war Wilson, der Phil Collins 1997 für zwei Jahre ersetzte, immer der geradlinigste Rocker. Und so stützen die sechs Damen an Geigen, Bratschen und Cello so hübsch und streichzart den knackigen Sound von Wilson und Co., dass man sich wundert, wie gut die Tontechnik beide Klangbereiche ausbalanciert bekommt.

So ganz fair war der Umgang mit Ray nach der unrühmlichen Auflösung der Band 1999 zwar nicht – für spätere Reunion-Tourneen war er jedenfalls gar nicht vorgesehen –, aber es gibt ebenso wenig Schlechtes über die ehemaligen Mitstreiter von ihm zu hören wie über seinen Vorgänger dort, Phil Collins.

Dass Wilson an die „Genesis“-Musik immer geglaubt hat, macht er in Gütersloh deutlich. Ob er frühe Songs wie „Carpet Crawlers“ singt, oder Stücke, die andere „Genesis“-Mitglieder wie Mike Rutherford für seine Band „Mike an the Mechanics“ geschrieben hat – immer überzeugt der Schotte mit seiner fantastisch ausdrucksstarken Stimme, seiner Musikalität, seiner ganzen authentischen Haltung. Lieder wie „Change“ zeigen zudem, dass er selbst auch ein großartiger Songwriter ist. Doch so richtig ab gehen vor allem die legendären „Genesis“-Hits. Bei „Invisible Touch“, „Land of Confusion“ oder „I can’t dance“ strecken sich die Arme des Publikums dem Sänger entgegen, der sich unkompliziert gibt und nach drei Konzertstunden im Foyer noch Autogramme schreibt. Näher kann man „Genesis“ nicht kommen.

Was Ulrich Bongartz mit dem Erlös dieses Benefizkonzerts vor hat und welche neue Pläne er schmiedet, lesen Sie in der Montagsausgabe der Gütersloher Glocke.

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