Gesundheitsmesse trifft Nerv der Zeit
Gymnastik und Tanz zeigten Angehörige des Gütersloher Turnvereins. Beides dient auch der Prävention.

Schon der Untertitel „Gesund und Fit“ gab dabei den Leitgedanken vor, den sich Aussteller und Besucher auf die Fahnen geschrieben hatten. Zwei Tage lang lieferten 70 Akteure, von Gewerbetreibenden aus den Bereichen Gesundheit, Wellness, Ernährung und Sanitätstechnik bis hin zu Vereinen, Verbänden und Organisationen zahlreiche Tipps, Angebote und Informationen rund ums Thema.

Prävention spielte dabei eine ebenso große Rolle wie die Ernährung. Natürlich erfuhren die Besucher auch, was sie gegen Schlaflosigkeit, Hornhäute, Wundbrand, Schuppenflechte, Rückschmerzen, Kopfweh sowie Nacken- und Stirnschmerzen unternehmen können. Abgerundet wurde die Themenschau von Vorträgen, Demonstrationen sowie Mitmach-Aktionen.

Warum das Thema für viele Menschen immer wichtiger wird, erläuterte Rudolf Schulte. Der Chef der in Leer ansässigen Firma „Messemacher“ organisiert seit mehr als zehn Jahren in Norddeutschland Gesundheitsmessen. In Gütersloh fand er mit Matthias Irrgang, Inhaber der Krönig’schen sowie der Spexarder Apotheke, einen Kooperationspartner. Schulte: „Aufgrund etlicher Veränderungen im Abrechnungssystem der Krankenversicherungen haben viele Menschen begriffen, dass sie selbst etwas für ihre Gesundheit tun müssen. Viele unsere Besucher sind zwar fit und gesund, wollen es aber auch bleiben“. Die Gesundheitsmesse liefere deshalb einen „Gesamtüberblick auf viele Branchen, allerdings fokussiert besonders auf Gütersloh“.

Die Idee fand großen Anklang. Bereits kurz nach Eröffnung am Samstag waren zahlreiche Aussteller in Fachgespräche vertieft. Wie beispielsweise am Stand des Gütersloher Dental-Labors Beckmann. Chef Claus-Hinrich Beckmann: „Wenn beim Zahnersatz nicht auf die richtige Position des Kiefers geachtet wird, können durch Zähneknirschen Rücken-, Kopf- oder Nackenschmerzen entstehen.“ Eine spezielle Vermessung kann in diesem Fall für Abhilfe sorgen.

Ihm gegenüber setzte die Osnabrückerin Rita Jablonsky auf die präventiven Kräfte von Bärlauch: „Bärlauch hat eine ähnliche Wirkung wie Knoblauch, nur ohne Gestank. Wir nennen ihn deshalb den ,Lauch ohne Hauch‘.“ Vorsorglich eingenommen helfe das Mittel gegen Arterienverkalkung, Bluthochdruck und rege außerdem die Blutbildung an.“

Bei der Gesundheitsmesse war aber auch Aktivität gefragt. Die Behinderten-Sportgemeinschaft Gütersloh (BSG) hatte im Hochfoyer einen Rollstuhl-Parcours aufgebaut. Menschen ohne Handicap durften bei einer Fahrt im Rollstuhl am eigenen Leib testen, mit welchen Schwierigkeiten Rollstuhl-Fahrer im Alltag fertig werden müssen. Hindernisse gibt es in großer Zahl.

Noch sportlicher wurde es im kleinen Saal. Unter Leitung des Fitness-Studios Ampano traten 110 Radfahrerinnen und Radfahrer sechs Stunden lang beim „Indoor-Cyling-Marathon“ in die Pedale. Die Spinning-Räder hatten sich die Verantwortlichen aus Fitness-Studios in der gesamten Umgebung geliehen. Der Gesamterlös von 600 Euro wurde am Samstagabend der Deutschen Kinderkrebsstiftung gespendet.

Für Rudolf Schulte stand die Spinning-Aktion stellvertretend für einen Umdenkprozess in weiten Teilen der Bevölkerung: „Früher waren Fitness-Studios als reine Mucki-Buden verschrien. Mittlerweile sind sie Treffpunkte für Menschen jeden Alters, die dort präventiv etwas für ihre Gesundheit tun wollen. Eine sinnvolle Kombination aus Ernährung und Bewegung ist dabei unerlässlich.“

Wer die Gesundheitsmesse am Wochenende verpasst hat, soll im Februar 2013 bei der dann dritten Auflage erneut die Gelegenheit zu einem Besuch bekommen.

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