Gewölbe der Dalkebrücke wird stabilisiert
Bild: Pieper
Die Dalkebrücke von unten: Gut sichtbar ist das sanierungsbedürftige Mauerwerk aus Naturstein des sogenannten Korbgewölbes.
Bild: Pieper

Gut drei Wochen haben Tiefbau- und Denkmalamt für die Renovierung der 1880 gebauten sogenannten Einfeld-Gewölbebrücke angesetzt. Bei einer der im regelmäßigen Turnus stattfindenden Überprüfungen waren Schadstellen in den Mauerwerksfugen des Korbgewölbes entdeckt worden. An einigen Stellen müssen die Natursteine ausgewechselt werden.

Zudem werden von Alexander und Andreas Koch von der Firma Kramer gerade Kernbohrungen vorgenommen, um Platz für sogenannte Nadelanker im Unterbau zu schaffen. Sie sollen zur Fixierung des Stirnrings am Gewölbe dienen.

Wie Denkmalpfleger Ulrich Paschke erklärte, muss aber nicht nur unter der Brücke saniert werden, auch das um die Jahrhundertwende gefertigte Geländer mit seinen Rosetten und Schwanenhälsen soll gereinigt und neu beschichtet werden. Überprüft wurden auch der Fahrbahnbelag sowie Geh- und Radwege. Dort sei aber keine Sanierung notwendig, teilte der Fachbereich Tiefbau auf Anfrage mit. Es handele sich um eine umfassende Maßnahme, die mit rund 70 000 Euro zu Buche schlägt.

Aus denkmalpflegerischer Sicht hat ihr der Landeskonservator in Münster sofort zugestimmt, damit eine der ältesten Gütersloher Brücken erhalten und funktionstüchtig bleibt. Seit 2004 gehört die Dalkebrücke zu den schützenswerten Denkmalen in Gütersloh. Ihre Bedeutung für die Stadtgeschichte resultiert daraus, dass sie die städtebauliche Ausweitung bestens dokumentiert. Schließlich entstand die Brücke 1880, als die Straße Unter den Ulmen über den Vorfluter Dalke gebaut werden musste, um den zunehmenden Verkehr der prosperierenden Gemeinde besser stemmen zu können.

Zudem ist die Brückenausführung mit ihren aus Ziegelsteinen gemauerten Korbbögen, wovon allein der mittlere Gewölbeteil einen Radius von 8,75 Metern hat, in Westfalen kaum noch zu finden. Der denkmalpflegerischen Bedeutung tut es da auch keinen Abbruch, dass das Bauwerk im Lauf der Zeit im Unterstrombereich mit einer modernen Brückenplatte verstärkt werden musste.

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