Grüne Lunge an der Dalke treibt aus
Einen Amberbaum beschreibt der Baumexperte Helmut Barteldrees. Bild: Dinkels

Ein zweiter Blick lohnt nicht nur im Frühjahr, wenn – wie jetzt – die Bäume austreiben. Mit dem Baumexperten des Fachbereichs Grünflächen, Diplom-Ingenieur Helmut Barteldrees (50), hat die „Glocke“ einen Rundgang durch den kleinen Park unternommen und sich einige Exemplare, mitunter mit dem Kopf im Nacken, genauer angeschaut. Der aus China stammende Urwelt-Mammutbaum beispielsweise, ein sommergrünes Nadelgehölz, verliert im Winter seine Kurztriebe. Er erreicht Wuchshöhen von 30 bis 35 Metern, manchmal bis zu 50 Meter und Stammumfänge bis 2,20 Meter. Die Nadeln der Douglasie, auch Douglaskiefer genannt, duften, wenn man sie in den Händen zerreibt. Der kegelförmige Mammutbaum bildet eine dicke, weiche Rinde.

Viele Jahrzehnte hat die amerikanische Roteiche an der Bultmannstraße auf dem Buckel. Die Weymouth-Kiefern stammen ursprünglich aus Nordamerika und können bis zu 500 Jahre alt werden. Der Amberbaum – zwei Exemplare hat die Stadt an der Friedhofstraße gepflanzt – entfaltet seine Pracht im Herbst, wenn sich die Blätter orange-rot färben. Wuchtige Eiben, alte Hainbuchen, Birken, eine schlanke Schwarzpappel und Lebensbäume, die durch ihre Größe bestechen, vervollständigen das Bild.

Bis 1967 befand sich auf dem Gelände die Gärtnerei und Baumschule Rieger. Der aus Württemberg stammende Gärtnermeister und Landschaftsarchitekt Josef Rieger (1884 bis 1964) hatte zunächst an der Berliner Straße seinen Betrieb gegründet und war dann an die Friedhofstraße umgezogen. Das Ende der 90er-Jahre abgerissene Eckhaus diente als Wohnhaus, ein Bau im Park wurde einst als Betriebsgebäude genutzt.

Ende der 60er-Jahre hat die Stadt das Gelände gekauft, arrondiert, eingesät und zu einem Park gestaltet. Die heutige ovale Wegeführung stammt von 1999 und war damals nicht unumstritten, weil alte Wegebeziehungen durchschnitten wurden. Anfang der 80er-Jahre, als das St.-Elisabeth-Hospital einen neuen Standort benötigte, war die Fläche für eine Bebauung im Gespräch. Weil sie damals abgebogen wurde, dient der Park der Stadt heute als grüne Lunge.

SOCIAL BOOKMARKS