Grüne jetzt zweitstärkste Kraft im Rat
Foto: Dinkels
Die Grünen sind mit knapp 25 Prozent nach der CDU die zweitstärkste Kraft im Rat: (v. l.) Wibke Brems, Birgit Niemann-Hollatz, Maik Steiner und Gitte Trostmann.
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„Wir sind total begeistert“, sagte Birgit Niemann-Hollatz, Sprecherin der Gütersloher Grünen, nachdem rund zwei Drittel der Stimmen ausgezählt waren und sich immer deutlicher abzeichnete, dass die Grünen auch die SPD überholen würden. „Wir haben im Wahlkreis 100 mit Sara Pérez de Siles Fernándes schon ein Direktmandat geholt.“ Mit einem Ergebnis in dieser Höhe habe sie nicht gerechnet, betonte Niemann-Hollatz. Im Vergleich zu 2014 verbesserten die Grünen ihr Ergebnis um mehr als 13 Prozentpunkte auf 24,65 Prozent. 

Dass er so ein „turbulentes“ Wahlergebnis nicht erwartet habe, erklärte auch Heiner Kollmeyer, Fraktionsvorsitzender der CDU. Mit Verlusten von 38 auf 34 oder 32 Prozent habe er gerechnet. „Aber nicht mit Verlusten in dieser Deutlichkeit.“ Die CDU hat 30,27 Prozent der Stimmen für sich eingefahren. Bei der Stadtratswahl 2014 lag das Ergebnis der CDU bei 38,3 Prozent. 

Auch dass es eine Stichwahl um das Bürgermeisteramt gebe, überrasche ihn nicht, so Kollmeyer. „Ich kann Nobby Morkes nur gratulieren.“ Für die Stichwahl gehe er davon aus, dass die Voraussetzungen Henning Schulz in die Hände spielen. „Er hat seine Arbeit als Verwaltungschef gut gemacht. Und viele Wähler aus dem Umfeld der Grünen werden sich überlegen, ob Nobby Morkes der Richtige für sie ist.“

In die Begeisterung, als Bürgermeisterkandidat bei der Stichwahl gegen Amtsinhaber Henning Schulz anzutreten, mischte sich bei BfGT-Chef Nobby Morkes Enttäuschung über das Ergebnis der BfGT. 13,02 Prozent der Stimmen – er habe mehr erwartet, sagte der Vorsitzende. 

„Es ist eine Enttäuschung“, erklärte auch Thomas Ostermann, Fraktionsvorsitzender der SPD. „Wir haben gehofft, dass wir bei den Stadtratswahlen den zweiten Platz erreichen.“ Dass die Grünen gut abschneiden würden, sei klar gewesen. Das Ergebnis folge dem Bundestrend. Eine Erklärung, warum die SPD in Gütersloh Verluste in Höhe von knapp neun Prozent eingefahren habe, habe er aus dem Stand aber nicht, betonte Ostermann. 

Manfred Reese, Bürgermeisterkandidat und Fraktionsvorsitzender der Linken, hatte ebenfalls auf ein besseres Ergebnis gehofft. „Wir wollten gern drei Sitze im Stadtrat. Bis jetzt ist es nur einer geworden“, sagte er. Die vorläufige Sitzverteilung im Stadtrat: CDU 17, Grüne 14, SPD 11, BfGT 7, AfD 3, FDP 2, UWG und Linke jeweils 1 Sitz.

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