Grundschulen beklagen Lehrermangel
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Für die nächsten sieben Jahre prognostiziert die Bertelsmann-Stiftung einen Mangel von bis zu 35.000 Grundschullehrern in Deutschland.
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Bis 2025 müssten eigentlich 105 000 neue Lehrer eingestellt werden. Die Universitäten könnten bis dahin nur 70 000 Absolventen ausbilden, hieß es.

Drei Möglichkeiten

In der Zeit nach 2025 entspannt sich laut Studie die Lage wegen der demografischen Entwicklung wieder. Die Bertelsmann-Stiftung sieht drei Möglichkeiten, den Bedarf an Grundschullehrern besser abzudecken: Die Forscher schlagen vor, den überwiegend weiblichen Pädagogen, von denen 40 Prozent in Teilzeit arbeiten, Anreize zum Aufstocken zu bieten. Auch könnten Grundschullehrer, die kurz vor der Pensionierung stehen, wieder mehr unterrichten. Als dritte Möglichkeit schlagen die Autoren vor, Quereinsteiger ohne Grundschulstudium einzusetzen.

„Alle Länder ergreifen Maßnahmen“

Angesichts der Warnungen unterstrichen die Bundesländer ihr Engagement zur Lösung des Nachwuchsproblems. „Alle 16 Länder sind sich der Lage bewusst und ergreifen bereits landesspezifische Maßnahmen“, sagte gestern der Vize-Präsident der Kultusministerkonferenz, der hessische Kultusminister Alexander Lorz (CDU).

Numerus clausus in Frage gestellt

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) wirft der Politik dagegen schwere Versäumnisse vor. „Es ist ein Armutszeugnis, dass eine Stiftung die Hausaufgaben der Politik machen muss“, sagte der Bundesvorsitzende Udo Beckmann. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) forderte unter anderem, die Ausbildungskapazitäten hochzufahren. „Es ist vollkommen unverständlich, dass es noch Studiengänge für das Lehramt an Grundschulen gibt, die mit einem Numerus clausus belegt sind“, erklärte GEW-Chefin Marlis Tepe.

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