Grundstein für Möbelhaus Porta gelegt
Grundsteinlegung bei Porta in Gütersloh: Zur Kelle griffen (v. l.) Vertriebsleiter Krisha Buchholz, Birgit Gärtner, Bürgermeisterin Maria Unger, Achim Fahrenkamp, Landrat Sven-Georg Adenauer, Bernd Wesemeyer (Bezirksregierung) und Hans Alberts. Lokales / Bild: Dinkels

 „Porta wächst mit rasanter Geschwindigkeit, wir sind selbst überrascht“, sagte Birgit Gärtner, Mitinhaberin der Unternehmensgruppe, im vorgeschalteten Pressegespräch. Sie bekräftigte den Eröffnungstermin Ende November / Anfang Dezember. Der Boss-Möbeldiscount werde Ende Oktober / Anfang November öffnen.

Gärtner: „Wir brauchen die Größe, um gegen die Wettbewerber bestehen zu können.“ Die großen Häuser in Bielefeld und Paderborn verfügten jeweils über 40 000 Quadratmeter. Zu den angekündigten Klagen sagte sie auf Nachfrage der „Glocke“: „Wir haben das zur Kenntnis genommen. Wir haben eine gültige Baugenehmigung und sprechen darüber, wenn die Klagen auf dem Tisch liegen.“ Beunruhigt sei sie nicht.

Gütersloher Stadtmosaik

Bürgermeisterin Maria Unger (SPD) sagte, Porta und Brockmeyer seien „zwei große und wichtige Steine für das Gütersloher Stadtmosaik“. Der Haller Unternehmer Henry Brockmeyer sagte auch für seine Frau Silke: „Wir freuen uns jedes Mal, wenn wir morgens aufwachen und Richtung Gütersloh blicken.“

An der feierlichen Grundsteinlegung nahmen Vertreter aus Politik, Verwaltung und dem Gütersloher Einzelhandel teil. Symbolisch wurden zwei Zylinder mit aktuellen Zeitungen, mit Euro-Münzen sowie Bauplänen in die beiden Grundsteinblöcke für Porta und Brockmeyer gelegt. Außer den Inhabern, der Bürgermeisterin und Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) sowie Bernd Wesemeyer, Abteilungsleiter bei der Bezirksregierung, griff auch der erste Mitarbeiter des neuen Möbelhauses zur Maurerkelle, Geschäftsleiter Hans Alberts.

Erster Mitarbeiter

Der 39-Jährige ist seit drei Jahren für Porta tätig, zuletzt als stellvertretender Hausleiter in Köln. Er kümmert sich bereits um die Auswahl seiner Mitarbeiter, die über die Agentur für Arbeit läuft. Möbel- und Küchenverkäufer in so großer Zahl gebe es eben nicht auf dem regionalen Markt. Wie berichtet, sollen im Möbelhaus bis zu 250 Mitarbeiter beschäftigt werden. Nach 360 Vorstellungsgesprächen sind bisher 60 Bewerber übriggeblieben. Sie sollen jetzt in knapp fünfeinhalb Monaten im A 2-Forum geschult werden und das lernen, wozu in einer Ausbildung drei Jahre benötigt werden. Auch ein Praktikum in einem Porta-Haus gehört dazu.

Laut Porta-Mitinhaber Achim Fahrenkamp sind auf der Baustelle zurzeit etwa 150 Baufachkräfte beschäftigt. Rund 3000 Fertigteile müssten montiert werden, von denen die schwersten jeweils 35 Tonnen wögen. Für die Fertigteile würden insgesamt 26 000 Tonnen Stahl und Beton verarbeitet. In den nächsten Wochen und Monaten sollen bis zu 600 Bauarbeiter gleichzeitig auf der vermutlich größten Baustelle im Kreis Gütersloh tätig sein. Der Rohbau des 220 Meter langen und 25 Meter hohen Gebäudes soll bis Ende August fertig werden. Danach folgen die Innenausbaugewerke.

Gartencenter Brockmeyer

Beim Gartencenter Brockmeyer sind die Fundamente gegossen. Es soll in der sogenannten Venlobauweise in den nächsten Wochen in die Höhe wachsen. Verbaut wird Stahl für das Tragwerk. Die Außenfassaden bestehen aus dickem Isolierglas, und die Dacheindeckung aus Stegdoppelplatten gewährleistet einen besseren Dämmwert als Glas.

Landrat Sven-Georg Adenauer sagte der „Glocke“, ich freue mich über jeden Spatenstich im Kreis Gütersloh, denn das bedeutet Wachstum und Arbeitsplätze“. Für Gütersloh sei das Möbelhaus richtig, und „es steht Gütersloh auch zu“, erklärte Adenauer ausdrücklich. Er appellierte an die Kommunen des Kreises, sich bei solchen Vorhaben rechtzeitig an einen Tisch zu setzen. „Wir müssen sehen, dass durch solche Streitigkeiten keine bleibenden Wunden entstehen.“ Kein Verständnis habe er für die Einwände aus Bielefeld. Adenauer: „Wir müssen dankbar sein, dass Unternehmen wie Porta im Kreis etwas anfassen.“

„Das steht uns zu“

Vertreter aller Parteien verfolgten das Geschehen. CDU-Fraktionschef Heiner Kollmeyer sagte zu den angekündigten Klagen, er sei persönlich enttäuscht, zumal man mit den Rheda-Wiedenbrücker Kollegen vorher gesprochen habe. „Wir verlassen uns auf die Aussage der Stadt, dass wir juristisch auf der sicheren Seite sind.“ Als Politiker können man sich dem nur anschließen. Die Stadt hole sich nur das zurück, was sie früher mit dem Möbelhaus Finke bis zu dessen Abwanderung schon gehabt habe. Kollmeyer: „Einer Stadt mit 100 000 Einwohnern steht so ein Möbelhaus zu.“

Auch der planungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Dr. Thomas Krümpelmann, sagte: „Wir gehen davon aus, dass so gebaut wird, wie geplant worden ist.“ Die juristische Bewertung müssten die Fachleute übernehmen. Das Verfahren sei juristisch geprüft worden. Auf der anderen Seite gehe es um die Flächen, und da könne er sich nicht vorstellen, so Krümpelmann, dass die Stadt Bielefeld, die schon mehr als 100 000 Quadratmeter Möbelverkaufsfläche habe mit drei Häusern so groß wie der Porta-Bau in Gütersloh, am Ende Recht bekomme.

Wie schon zum ersten Spatenstich ließen sich Gastgeber und Gäste zum Abschluss Curry-Würste schmecken.

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