Gütersloh bekommt eine Berufsfeuerwehr
Im Gespräch: Feuerwehrchef Hans-Joachim Koch, Bäderchef Michael Sucker und die Erste Beigeordnete Christine Lang. Bild: Dinkels

Außer FDP und UWG hatten sich die anderen Fraktionen offen für die Umwandlung ausgesprochen. Nach einer Debatte, die zeitweise „ein flammendes Inferno“ gewesen sei, gebe es nun nur Verlierer, klagte CDU-Fraktionschef Heiner Kollmeyer. Die Verantwortung gab er der Verwaltung, namentlich Feuerwehrchef Hans-Joachim Koch. „Sie müssen zusammenführen, nicht spalten“, sagte Kollmeyer, erklärter Gegner der Berufsfeuerwehr.

 „Der Prozess ist nicht gut gelaufen“, räumte die Erste Beigeordnete Christine Lang ein, „da gibt es gar kein Vertun.“ Am Ende werde die Feuerwehr aber gewinnen.

SPD-Fraktionschef Thomas Ostermann sagte, „es wird den einen oder anderen geben, der einsehen muss, dass eine Minderheit einer Mehrheit nicht ihren Willen aufzwingen kann“. Manchmal könne man nicht jeden überzeugen, dann müsse abgestimmt werden. Ostermann: „Wir werden geschlossen zustimmen.“

Die ungewissen Vorteile seien es nicht wert, „den Ehrenamtlichen so vor den Kopf zu stoßen“, sagte FDP-Ratsherr Florian Schulte-Fischedick. „Wir haben eine gut funktionierende Feuerwehr, und die Schutzziele werden erreicht.“

 „Es war eine Urabstimmung, es war kein Meinungsbild“, sagte BfGT-Chef Nobby Morkes zum Urnengang der Feuerwehr. Seine Fraktion werde das Ergebnis akzeptieren. Nun müsse es darum gehen, Haupt- und Ehrenamtliche wieder zusammenzuführen, „damit wir die Brände löschen können“.

UWG-Ratsherr Norbert Bohlmann sagte, „nur weil jemand in der Minderheit ist, muss er nicht Unrecht haben.“ Auf Nachfrage der „Glocke“ sprach er sich für die Berufsfeuerwehr aus.

Selbst wenn nur die Freiwilligen abgestimmt hätten, hätte es eine Mehrheit für die Berufsfeuerwehr gegeben, sagte Marco Mantovanelli, Fraktionssprecher der Grünen. „Austrittsandrohungen halten wir für unfair.“ Auch der Linke Manfred Reese forderte die Skeptiker auf, „werfen Sie nicht gleich das Handtuch – im Interesse der Bürger und des Ehrenamts“.

Die künftige Zusammenarbeit wird jetzt in einer gesonderten Satzung geregelt.

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