Gütersloher Sommer startet klangvoll
Bild: Pieper
Mit dem Detmolder Ensemble „Vinorosso“ rund um den Klarinettisten Florian Stubenvoll ist am Samstagabend der Gütersloher Sommer auf der grunderneuerten Freilichtbühne in Mohns Park in die neue Saison gestartet.
Bild: Pieper

Eine mitreißende Mischung aus Balkanfolklore, Klezmer, klassischer Spielweise, Experimentierfreude und Spielwitz  - eine völker- und generationenverbindende Mischung, die am Samstagabend ein bunt gemischtes, gut 800-köpfiges Publikum begeisterte.

Erneuerte Freilichtbühne in Mohns Park besteht Feuertaufe

Bürgermeisterin Maria Unger und Ralph Strothmann als Vorsitzender des veranstaltenden Verkehrsvereins begrüßten die Gäste in „Güterslohs neu möbliertem Wohnzimmer“. Ihr Dank galt den Verantwortlichen der Sanierung – Dieter Winkler und Dirk Buddenberg vom Grünflächenamt – sowie den Programmmachern des mittlerweile 37. Gütersloher Sommers. Aus der Taufe gehoben hatte ihn einst Hans-Dieter Musch. Ausgebaut und weiterentwickelt wurde er von Susanne Zimmermann. Jetzt liegt er in der Verantwortung von Katrin Groth als neuer Geschäftsführerin des Verkehrsvereins. Etliche Sponsoren, darunter „Die Glocke“, sorgen dafür, dass in den Ferien unter anderem zehn Open-Air-Konzerte in Mohns Park genossen werden können – alle kostenlos.

Allerfeinste Weltmusik mit „Vinorosso“

Mit „Vinorosso“ stand ein Ensemble auf der neuen Bühne, dessen 15 Musiker aus den Klassikschmieden deutscher Musikhochschulen kommen. Das erklärt ihre technische Virtuosität. Doch ihre offensichtliche Spielfreude und Lust am mitreißenden Crossover speist sich aus ihren unterschiedlichen Wurzeln. Mehr als zehn Nationen sind vertreten. Klarinettist Florian Stubenvoll, der das Ensemble 2004 um sich scharte, nutzt diesen musikalischen Schmelztiegel für seine intelligenten und überraschenden Arrangements, die von Liebe und Leben in allen Nuancen zu erzählen wissen. „Wir spielen Musik mit hohem Unterhaltungswert. Mainstream wollen wir aber nicht bedienen“, erklärt der mehrfach

ausgezeichnete Stubenvoll im Pausengespräch, wohl wissend um sein Können, Erwartungen gegen den Strich zu bürsten. So preist er eben noch mit beschwörerischen Klarinettentönen ein „Süßes Mädchen“ aus der Türkei, schon liefert das Ensemble einen temporeichen Gruß aus der Ukraine und spielt einen griechischen Tanz, bei dem Violinistin Maja Hunziker hingebungsvoll und mit flirrendem „huuuiiih“ auf einer Strohgeige fiedelt, die statt des Resonanzkörpers einen Trichter hat.

Mehr zu diesem Konzert lesen Sie in der „Glocke“ Gütersloh vom 29. Juni.

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