Gütersloher feiern ihren Botanischen Garten

 Beides ist am Sonntag zu erleben gewesen: Die Gütersloher feierten den 100. Geburtstag ihres Botanischen Gartens – allen Regenschauern zum Trotz.

Bürgermeisterin Maria Unger freute sich gleich eingangs über die vielen Gäste, die dem herrlich blühenden, touristischen Aushängeschild der Stadt wieder einmal einen Besuch abstatteten. Sie ließ noch einmal die Entwicklung des Parks Revue passieren und verwies mit Stolz auf das internationale Qualitätssiegel „Green-Flag-Award“, mit dem die ungemein vielseitige Anlage mittlerweile ausgezeichnet worden ist. Der Botanische Garten steht damit in einer Reihe mit so berühmten Gärten wie denen in Wörlitz oder Blankenburg. Einziger Unterschied: In Gütersloh kann man das grüne Paradies ohne Eintrittsgeld genießen.

„Ein tolles Terrain für Konzerte“, schwärmte Eckhard Vincke von der Kreismusikschule, der für die Disposition der jungen Musiker verantwortlich zeichnete. Suchten sich die Kinder und Jugendlichen anfangs bei Sonnenschein noch selbst ihren Lieblingsplatz zum Musizieren, so zog man sich bei Regenbeginn auf die eigens aufgebaute Bühne oder ins Gewächshaus zurück.

 Und so tanzten zarte Flötenklänge mit den Libellen über die Teiche, verzauberten arabische Gitarrenweisen auf grüner Wiese und verwandelten verführerische Streicherklänge den Park in einen stimmungsvollen Klanggarten. Derweil wusste das Cello-Quartett Aaron Bohlen, Vincent Kalbhenn, Jan Weiken und Linus Bornemann das mittlerweile durchnässte Publikum mit kleinen musikalischen Köstlichkeiten von den Comedian Harmonists oder auch mit Glenn Millers „Moonlight Serenade“ zu unterhalten. Spätestens damit erklärte sich der Name des Ensembles – „Cellicatessen“ – von selbst.

Es war verständlich, wenn auch schade, dass sich Besucher und auch Musiker bei anhaltendem Regen mehr und mehr verflüchtigten. Schon glaubte man, dass der angekündigte Höhepunkt – die Hamburger Brass-Band „Men in Blech – gar nicht mehr stattfinden würde.

Doch wer an der Waterkant lebt, der ist auch mit allen Wassern gewaschen. Die gleich nach ihrem Eintreffen in schwarze Klamotten geschlüpfte Blues-Brother-Gang zauderte nicht lange. Die sieben Männer und eine Frau schnappten sich gut gelaunt ihre Instrumente und legten los, dass sich die Dahlien bogen. Damit lockten sie nicht nur die Sonne wieder hervor, sondern auch zig Zuhörer, die sich von der ebenso gekonnt wie witzig dargebotenen Mischung aus Rock, Jazz, Soul, Klassik, Tango, Salsa und Hipphopp nur zu gern begeistern ließen. Welch ein Geburtstag.

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