Güterslohs neuer Theaterchef ist da
Bild: Steinecke
Am 1. Mai beginnt Christian Schäfers Vertrag als neuer Leiter des Theaters Gütersloh. „Die Glocke“ sprach mit dem gebürtigen Badener über Pläne und Perspektiven.
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Und dann die große Abschiedsparty, zu der Schäfer fast zu spät gekommen wäre, weil er in der neuen Wohnung in Gütersloh noch die Küche mit aufgebaut hat. „Mir blieben gerade mal sieben Minuten, ehe die Sause losging“, erzählt Güterslohs neuer Theaterchef lachend im Gespräch mit der „Glocke“. Sein Vertrag gilt ab dem 1. Mai.

„Die Glocke“: Wie fühlen Sie sich, Herr Schäfer?

Schäfer: Richtig gut und noch ziemlich tiefenentspannt.

„Die Glocke“: Der Wechsel vom kleinen 80-Platz-Zimmertheater zu diesem Drei-Sparten-Bespieltheater ist groß.

Schäfer: Es gibt Vergleichbares wie die Größe des Mitarbeiterstabs. In Tübingen waren wir 15 – einschließlich der fünfköpfigen Schauspielerriege. Dort wie hier stimmt die Chemie. Die Mitarbeiter setzen sich hier mit Haut und Haaren fürs Theater ein. Es ist toll, solch eine schlagkräftige Truppe zu haben. Die Räumlichkeiten stehen auf einem anderen Blatt. In Tübingen war der größte Raum das alte Löwen-Kino mit 180 Plätzen. Alles andere war deutlich kleiner. Danach haben wir unseren Spielplan ausrichten müssen: Sprechtheater, Lesungen, Kabarett, Kleinkunst, Kinder- und Jugendstücke. Oper oder Ballett waren nicht machbar. Dagegen bietet das Gütersloher Theater geradezu unbegrenzte Möglichkeiten. Das hat mich auch von Anfang an elektrisiert.

„Die Glocke“: Sie haben viel selbst inszeniert. Wird Ihnen das fehlen?

Schäfer: Mir ist klar, dass Eigenproduktionen in dem Maß hier nicht machbar sind. Aber mir hat keiner gesagt, dass es ausgeschlossen sei, in kleinerem Rahmen mal Regie zu führen.

„Die Glocke“: Sie wollen ein Ensemble engagieren?

 Schäfer: Nein. Ich will die Strukturen des Hauses ja nicht umkrempeln. Aber man könnte ähnlich wie in Wolfsburg mit einem Projektensemble arbeiten und das Ergebnis als En-Suite-Produktion in den Spielplan einschieben.

„Die Glocke“: Und woher nehmen Sie die Akteure?

Schäfer: Vielleicht aus dem Spielclub. Wobei das für die dort agierenden Jugendlichen als Zusatzangebot verstanden werden sollte. Ich will hier niemandem etwas wegnehmen. Ich bin ja froh, dass bei diesem Intendantenwechsel keiner entlassen werden musste, was normalerweise der Fall ist, wenn der neue Mann mit eigenem Team anrauscht.

Warum sich Christian Schäfer eher als leidenschaftlicher Theater-, denn als Marketingmann sieht, wo er künftige Schwerpunkte in seiner Arbeit legen will und was er privat gern macht, lesen Sie in der Gütersloher „Glocke“ vom 1. Mai.

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