Gundula Gause: „Kompliment, Herr Schulz!“
Bild: Dinkels
Beim Vorgespräch skizzierte Gundula Gause, hier mit den Sparkassen-Vorständen (v. l.) Torsten Neubauer, Kay Klingsieck und Frank Ehlebracht, am Montag im Theater die Folgen der Digitalisierung für die Medien und den einzelnen Menschen.
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Im zweiwöchentlichen Wechsel moderiert Gundula Gause meist mit ihrem Kollegen Klaus Kleber die Nachrichten im Heute-Journal. Gütersloh kannte sie bisher nicht. Aber: „Kompliment, Herr Schulz“, sagte sie in Richtung Bürgermeister. Die Stadt mache einen sehr guten Eindruck. „Ich bin angetan. Auch das Haus ist sehr schön“, sagte die Mainzerin, die weitläufige Verwandtschaft in Schloß Holte hat, über das Theater.

„Schockiert“ sei sie nur im Hotel gewesen, als auf den ersten beiden Sendeplätzen RTL gelaufen sei. Aber damit muss man als Mitarbeiterin eines öffentlich-rechtliches Senders in der Heimat von Bertelsmann rechnen.

„Digitale Revolution“

„Wir erleben eine digitale Revolution“, sagte Gause. Niemand könne sich ihr verschließen. 80 Prozent der Deutschen seien online unterwegs. Bis zu 110-mal am Tag schauten Teenager auf ihr Smartphone. Und die Entwicklung werde weitergehen.

Gause berichtete, wie die technische Entwicklung ihren Beruf verändert hat und wie sie selbst Nachrichten aufnimmt, nämlich online und morgens schon vor dem ersten Kaffee. Zugleich erlebe sie eine zunehmende Schärfe in den sozialen Medien. Mainstream-Medien wie den öffentlich rechtlichen Sendern komme eine besondere Verantwortung zu, und sie müssten sich auch um die jüngeren Nutzer bemühen. Ihr 17-jähriger Sohn habe sich am Vortag eine Sonntagszeitung gekauft, einfach so. „Ich war begeistert.“ Ansonsten sei seine andauernde Handy-Nutzung schon auch Thema.

Gause bezieht Publikum mit ein

Ein Experiment: „Jetzt nehmen Sie alle ihr Handy in die Hand. Entsperren Sie das Gerät. Und jetzt geben Sie es ihren Nachbarn“, forderte Gause das Publikum auf. Die Reaktion: Staunen, Raunen – und dann Gelächter. Fazit: „Unser Handy ist uns heilig.“

Die Digitalisierung sieht die Journalistin als Chance. Gleichwohl: „Das permanente Online-sein beeinträchtigt Körper und Geist“, zitierte sie auch Kritiker. So habe sie selbst keinen Facebook-Account und sehe das Netzwerk auch durchaus kritisch. Eine Fake-Seite unter ihrem Namen habe sich nur mühsam entfernen lassen. Ein Fan-Account sei für sie in Ordnung.

Das Thema Digitalisierung sei in aller Munde und brandaktuell, sagte auch Sparkassen-Vorstand Kay Klingsieck. Mehr als 12 000 Kunden des Geldinstituts nutzten bereits die Sparkassen-App. „Wir begreifen die Digitalisierung als Chance, effizienter zu werden und einfache Lösungen für unsere Kunden anzubieten“, sagte Klingsieck. „Wir können uns dem Thema nicht verschließen.“

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