Gustav Wolf schließt Werk in Frankreich
Archivbild: Dinkels
Der Unternehmer Dr. Ernst Wolf kündigt den Ausstieg aus der Reifendraht-Produktion und dem Bereich Automotive an.
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„Die jüngsten Entwicklungen in der Automobilindustrie, bei Autozulieferern und insbesondere bei Reifenherstellern führen auch bei Gustav Wolf zu einer breit angelegten Umstrukturierung seines Produktportfolios“, heißt es in einer Pressemitteilung. Zum einen würden Reifen neu konstruiert und benötigten weniger oder keinen Reifeneinlegedraht mehr. Zum anderen biete der globale Aufzugsmarkt – Hauptstandbein der Gruppe – durch die zunehmende Urbanisierung sowie dem stetigen Wachstum der Weltbevölkerung „ein weiterhin hervorragendes Wachstumspotenzial“.

Dem trage man mit der Werkschließung und dem Ausstieg aus der Reifendraht-Produktion Rechnung. „Dafür wird Gustav Wolf die Effizienz und Effektivität der Drahtproduktion an den Standorten Polen und Gütersloh konsequent weiterentwickeln.“ Für den Produktbereich Drahtseile bedeute das, man könne sich mit optimierten Produktionsbedingungen und Lieferketten verstärkt auf die globalen Wachstumsmärkte konzentrieren.

Wie berichtet, steht auch in Gütersloh ein Stellenabbau mit dem Ende der Reifendrahtproduktion bevor. Dort und in der Verwaltung sollen nach früheren Angaben 24 Arbeitsplätze abgebaut werden. Ernst Wolf: „Weitere Details zum Standort in Gütersloh werden zurzeit zwischen der Geschäftsleitung und den Tarifparteien verhandelt. Während der Verhandlung ist Stillschweigen vereinbart.“

Mit der Neuausrichtung des Unternehmens als führender Hersteller im Bereich Aufzugseile mit Standorten in Europa, Asien und Nordamerika stelle man sich künftigen Herausforderungen.

Die Gustav-Wolf-Gruppe, 1887 in Bielefeld gegründet und 1912 nach Gütersloh gezogen, beschäftigt rund 1000 Mitarbeiter, davon weniger als 200 in Gütersloh. Das Unternehmen verfügt über Produktionsstätten in Deutschland, Frankreich, Polen, Dubai den USA und China. Die Produktpalette umfasst Draht für verschiedene Verwendungen und Stahlseile zum Beispiel für Aufzüge und Kräne. Der Umsatz betrug zuletzt 140 Millionen Euro.

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