Hannah Williams nimmt den Dreiecksplatz in Besitz
Bild: Bojak
Umwerfend: Wer Hannah Williams noch nicht kannte, dürfte spätestens nach ihrem Auftritt am Mittwochabend von der energiegeladenen Stimme der britischen Sängerin angefixt sein. Mit ihrer Stimme nahm sie den Dreiecksplatz in Besitz.
Bild: Bojak

Und die Organisatoren der Kulturgemeinschaft Dreiecksplatz setzt die Reihe bekannter Namen fort. Nachdem am Dienstag Max Herre auf der Bühne seine jazzige Seite gezeigt hat, ist am Mittwoch Rhythm & Blues angesagt. Jagger kommt, heißt es im Vorfeld. Chris Jagger, genau, der jüngere Bruder von Mick. Ganz jung ist Chris Jagger allerdings auch nicht mehr – Jahrgang 1947. Und so ist auch das Publikum vor der Bühne zum Großteil ein paar Jahre von den 20-ern entfernt.

Kleiner Bruder mit großer Stimme

Jagger selbst ist das egal. Ob alles gut sei „in Gutersloh“ fragt er das Publikum und erhält ein für ostwestfälische Verhältnisse lautes und überzeugtes „Ja“ zur Antwort. Bereits nach den ersten Tönen ist klar: Der kleine Bruder braucht sich hinter dem großen nicht zu verstecken. Mit voller, klarer Stimme singt Jagger seine Songs. Dabei kommt er ganz ohne Verrenkungen und wilde Grimassen aus. Lediglich seine Augen erinnern ein klein wenig an den großen Bruder Mick.

Kulturgemeinschaft erfüllt die Erwartungen

„Amazing“ heißt eines von Chris Jaggers Liedern, mit denen er die Zuhörer begeistert. Erstaunlich auch, welche großartigen Musiker die Kulturgemeinschaft Dreiecksplatz immer wieder in die Dalkestadt lockt. Oder eigentlich ist es inzwischen auch wieder nicht erstaunlich. In den vergangenen Jahren war das so und in dieser Woche ist es nicht anders.

Soul-Diva ganz undivenhaft

Noch einen drauf legen am Mittwochabend nämlich Hannah Williams & the Affirmations. Als „Diva des englischen Souls“ tritt Hannah Williams so gar nicht divenhaft auf die Bühne. Barfuß, in schwarzen Leggings und fließendem Top gibt sie ihrem Körper genug Freiheit, um die umwerfend raumgreifende Stimme voll zur Geltung kommen zu lassen. Gleich beim ersten Stück „Sinner“ macht sie klar, dass der Dreiecksplatz jetzt ihr und ihren Musikern gehört. Bis tief in den Bauch ist ihre kraftvolle Stimme zu spüren. Wer einen Gefühlsausbruch aus dem Stand auf der Bühne so eindrucksvoll in einem Lied transportieren kann – mit welchem Temperament mag dieser Mensch im richtigen Leben gesegnet sein?

Unglaubliche Energie und schmeichelnde Sanftheit

Einige Zuhörer vor der Bühne kennen Hannah Williams schon. „Ich mag keine Frauenstimmen“, sagt eine Besucherin. „Aber die ist großartig.“ Ihre Gesangskarriere hat Williams im Kirchenchor gestartet. Auf dem Dreiecksplatz zeigt sie, wie mühelos es gelingen kann, seine Stimme erst mit unglaublicher Energie zu füllen und gleich darauf wieder ganz sanft und schmeichelnd zum Zuhören einzuladen. Hannah Williams & the Affirmations – sicher ein Höhepunkt dieser Woche.

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