Harfe und Gesang verströmen Sommerdüfte
Bild: Kirschner
Die Sopranistin Meike Leluschko und Jenny Ruppik an der Harfe nahmen die Liebhaber des Forums Lied mit auf eine wunderbare Reise ins Land der Poesie.
Bild: Kirschner

Wunderbar mit „Dans le jardin – Veilchen, Rosmarin, Mimosen“ überschrieben, holten die Sopranistin Meike Leluschko und die Harfenistin Jenny Ruppik musikalisch feinste Sommerdüfte auf die abendliche Studiobühne des Theaters Gütersloh. Zugegeben, die Spannung stieg vom ersten Moment an beim Anblick des golden strahlenden Instruments inmitten der Bühne. Und löste sich erst dann auf wunderbare Weise, als Jenny Ruppik so behände über die Saiten strich und sich Meike Leluschko mit Mozarts „An die Freude“ und „Das Kinderspiel“ in einem geradezu neckischen Klangzauber begegneten.

Wer jemals Hasselmanns „La source“ und besonders Godefroids so kunstvoll poetisches „La danse des sylphes“ für Harfe solo gehört hat, erlebte mit Jenny Ruppik abermals einen Hörgenuss und Augenschmaus zugleich. Dass die heutige Konzertharfe 46 Saiten und 7 Pedale hat und bereits König David sie in der Bibel spielte, wusste Ruppik liebevoll von ihrem Instrument zu erzählen.

Ein feines Programm hatten die Musikerinnen gewoben, in dem Meike Leluschko mit ihren stimmlichen Qualitäten nicht geizte. Virtuos und wohl timbriert „spazierte“ sie quer über die britischen Inseln mit Brittens Volksliedern „Lemady“ und „Bonny at morn“. Und „Greensleeves“ und „Scarborough Fair“ – einmal im Original von Watkins mit Harfe arrangiert zu hören, war im Wohlklang nicht zu übertreffen.

Herrlicher Wohlklang

 Frankreich und Italien grüßten nach der Pause. Vielleicht fragte sich mancher, ob Stimme und Sprache sich so aneinander schmiegen können. In Tourniers‘, Debussys und Faurés Liedern wuchs Meike Leluschko Stimme zu jenem üppigen, warmen Strahlen heran, das zu beschreiben fast frevelhaft scheint. „Wenn in der untergehenden Sonne die Flüsse rosa sind“, übersetzte Leluschko den Text und ließ so dem Lied „Beau Soir“ emotional nachspüren.

Zum Abschluss ein wenig Opernglanz mit der beliebten Arie „O mio babbino caro“ aus Puccinis „Gianni Schicci“, in der Ruppik beherzt in die Saiten griff und Leluschkos Sopran zu kraftvoller Fülle anwuchs. Herrlich.

War es nicht insgesamt Musik, die sowohl den Verstand als auch das Gemüt zu nähren wusste? Wer verspürte da eine Sehnsucht nach einer Klavierbegleitung? Wohl mehr die Vorfreude auf das Konzert am folgenden Tag mit der Mezzospranistin Ursula und natürlich Peter Kreutz am Klavier.

SOCIAL BOOKMARKS