Helden der Kindheit im Stadtmuseum
Bild: Pieper
Sammlerinnen aus Leidenschaft: Irmgard und Christa Pastors stellen im Gütersloher Stadtmuseum ihre Handpuppen als „Helden der Kindheit“ vor.
Bild: Pieper

 Dabei sind die liebenswert-rührigen Schwestern (70) aus Viersen alles andere als verrückt – wohl aber begeisterte

Aladdin, Jasmin und Co. gehören mit zur Schau.
Handpuppensammlerinnen. Und das seit mehr als 30 Jahren. Einen Einblick in ihre rund 2000 Exponate umfassende Sammlung gewährt jetzt das Gütersloher Stadtmuseum, das seine traditionelle Spielzeugausstellung zu Weihnachten den „Helden der Kindheit“ widmet und dafür aus der Schatzkammer der Pastors 120 Puppen ausgesucht hat. Figuren, mit denen sich die Geschichte des deutschen Kinderfernsehens dokumentieren lässt. Und das auf ebenso vergnügliche wie lehrreiche Art.

„In den Puppen spiegelt sich der Zeitgeist wider“, gibt Museumsleiter Dr. Jungbluth den roten Faden vor. Da blicken nicht nur Ernie und Bert, die 1969 in den USA ihren Siegeszug durch die Kinderzimmer dieser Welt starteten, auf 50 Jahre Sesamstraße zurück. Da wird auch so manch absurde Erinnerung aus 60 Jahren Sandmännchen wach. Denn in Zeiten des Kalten Krieges setzte die DDR-Regierung alles daran, ihren niedlichen Schlafbringer erstmals am 22. November 1959 in die guten Stuben zu schicken – eine Woche vor dem geplanten TV-Start des zipfelmützigen Westkollegen.

 Spielmöglichkeiten mit Kasperle, Hüpfpferd und Piratenschiff

Was im Januar 1953 mit „Peter und der Wolf“ aus der Augsburger Puppenkiste als eine auf exakt 60 Minuten begrenzte „Kind

Vernissage: Die Ausstellung „Helden der Kindheit“ wird am Samstag, 30. November, um 14.30 Uhr offiziell im Stadtmuseum Gütersloh, Kökerstraße 7 - 11 eröffnet.  Der Eintritt am Eröffnungstag ist frei.

Öffnungszeiten: Zu sehen ist die Schau bis zum 23. Februar, mittwochs bis freitags von 15 bis 18 Uhr, samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr. 

Aktionstag: Am Samstag, 25. Januar, gibt es Kinder- und Improvisationstheater zu sehen.   

erstunde“ in der Flimmerkiste begann, hatte sich in den 1970er-Jahren längst zu einem umfangreichen Programm für die Jüngsten ausgeweitet. Mit Rappel, Ratz und Rübe aus der „Rappelkiste“ wurden erstmals „ernste“ Themen wie Sexualität oder Migration aufgearbeitet. Und für Familien wurde es obligatorisch, sich sonntagmorgens von der „Sendung mit der Maus“ die Welt erklären zu lassen. Lach- und Sachgeschichten vom Feinsten.

„Wer im Kinderfernsehen erfolgreich war, der kam auch irgendwann als Handpuppe auf den Markt“, verweisen die Schwestern Pastors beispielsweise auf den Hasen Cäsar, der noch zu Schwarz-Weiß-Zeiten seine Keckheiten zum Besten gab. Aber auch Käpt’n Blaubär oder Pippi Langstrumpf finden sich in der Schau.

 Nicht zu vergessen: die vielgeliebten Vertreter aus dem Disney-Kosmos. Im Stadtmuseum treffen unter anderem Donald und Daisy Duck im Retro-Stil der 50er-Jahre auf Ikonen wie Micky Mouse und neuzeitliche (Trick- und Spielfilm-)Helden wie Arielle und Aladdin in buntkostümierten Kunststoffversionen.  

Und während sich die Besucher oben die Vitrinen anschauen oder selbst Kasperletheater spielen dürfen, gibt es im Erdgeschoss des Fachwerkbaus ein Piratenschiff zum Entern, eine Rennstrecke, über die Kinder auf Plastikpferden hopsen können, und nostalgisches Pantoffelkino im 70er-Jahre-Ambiente. Nur ein Klick auf die Fernbedienung und es flimmern diverse Kinderfilm-Trailer im Uralt-Fernseher. Lassie und Fury gucken aus der Bildergalerie zu zu.

SOCIAL BOOKMARKS