Henning Schulz (CDU) wird Bürgermeister
Bild: Dinkels
Stadtbaurat Henning Schulz (42, CDU) ist neuer Bürgermeister der Stadt Gütersloh.
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Vor zwei Wochen galt Henning Schulz (42) schon als vorläufiger Sieger. Als an diesem Sonntagabend das Ergebnis feststeht, ist die Freude bei seinen Anhängern überschwänglich, und der künftige Bürgermeister wird mit Glückwünschen überhäuft. Mit Schulz hat die CDU das Amt nach 21 Jahren im vierten Anlauf zurückerobert.

Als Schulz im Ratssaal eintrifft, ist am Ergebnis nicht mehr zu rütteln. Applaus brandet auf, und die Schar der Gratulanten nimmt kein Ende. „Es ist ein großartiges Ergebnis“, sagt der Gewinner. Die Botschaft, dass er sich für die Stadt und ihre Menschen einsetzen wolle, sei angekommen. Für ihn bedeute es, nach der Ära Maria Unger jetzt „Verantwortung für die Stadt zu übernehmen“. In der nächsten Zeit werde es darum gehen, Routinen im neuen Amt aufzubauen und eine Organisation zu finden. Gegenüber seiner Arbeit als Stadtbaurat werde sich einiges verändern.

Apropos Stadtbaurat: Gütersloh wird jetzt wohl einen neuen brauchen. „Aus meiner Sicht muss das neu besetzt werden“, sagt Schulz. Es stünden maßgebliche Themen auf der Agenda, die bearbeitet werden müssten. Für Montag hat er sich vormittags freigenommen und will allenfalls nachmittags im Büro vorbeischauen. Den Wahlsieg wollten die Christdemokraten am Abend im Gasthaus Bermpohl feiern.

Der unterlegene Kandidat Matthias Trepper erweist sich als fairer Verlierer und gratuliert seinem Kontrahenten. Ebenso wünscht dessen Parteifreundin und Noch-Bürgermeisterin Maria Unger ihrem Nachfolger alles Gute, als sie das Ergebnis im Ratssaal verkündet: Schulz 61,92 Prozent, Trepper 38,08 Prozent.

„Dass ich das Ruder nochmal rumreißen kann, war nicht unbedingt zu erwarten“, sagt Trepper, dessen Enttäuschung sich nach außen in Grenzen hält. Sein Team habe ihn super unterstützt und er habe gekämpft „wie ein Löwe“. „Sicher hat Nobby Morkes noch etwas bewirkt“, sagt Trepper zu dessen Wahlempfehlung für ihn. Das Ergebnis in der Deutlichkeit sei aber zu befürchten gewesen. Sein Amt als stellvertretender Bürgermeister wolle er natürlich weiter ausüben.

Schulz holte in allen Wahlbezirken deutlich die Mehrheit. Besonders gut schnitt er wieder in Avenwedde (Kapellenschule) und Spexard (Josefschule) mit annähernd 70 Prozent ab. Selbst in Treppers und Morkes’ Heimatwahlbezirk Pavenstädt lag der Christdemokrat mit 56,71 Prozent klar vorn.

In der gut besuchten Wahllobby im Ratssaal verfolgen Dutzende Gütersloher und Parteigänger am Abend den Ausgang der Wahl. Das Ergebnis liegt an diesem Abend früher vor als zuletzt. Offiziell festgestellt wird es am Dienstag im Wahlausschuss. Bedenklich stimmt alle die niedrige Wahlbeteiligung von 31,78 Prozent.

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