„Herr von Rost“ ziert Skulpturenwäldchen
Foto: Rekate
Die Aktionskünstler (v. l.) Dennis Krause, Gruppenleiter Norbert Grüneberg, George Demir, Jannic Heitmeyer, Martina Hermjohannknecht-Schulz und Sophia Schmidt präsentieren am Westeingang zum Lutterwäldchen den vergänglichen „Herrn von Rost“.
Foto: Rekate

Er ziert nun das Isselhorster Skulpturenwäldchen. Gruppenleiter Norbert Grüneberg gab am Mittwochmorgen letzte Regieanweisungen an die Jugendlichen. Der Sozialpädagoge, der in der kreativen Herstellungsphase des abstrakten Standbilds coronabedingt die Gruppenarbeit quasi in Einzelbetreuungen umwandeln musste, koordinierte das komplette Team bei der finalen Montage im Isselhorster Skulpturenwäldchen. Die Skulptur war im Rahmen der Upcycling-Ferien-Aktionswoche des Familienunterstützenden Diensts geschaffen worden. 

Diskussionsbedarf beim Werdegang des Projekts

Der von den jungen Künstlern getaufte und geadelte „Herr von Rost“ ist ein Multi-Material-3D-Kunstwerk. Er wurde gegenüber des Autohauses VW Brinker am Westeingang zum Lutterwäldchen aufgerichtet und arretiert. „Es gab großen Diskussionsbedarf“, fasst Grüneberg den Werdegang des Projekts zusammen. 

Dennis Krause, George Demir, Jannic Heitmeyer und Sophia Schmidt wirkten daran mit. Angeregt wurde die Aktion von Martina Hermjohannknecht-Schulz aus der Gütersloher Buntspecht-Malerwerkstatt am Mühlenweg, die unter dem Motto „Kultur trifft Natur“ das Skulpturenwäldchen in Isselhorst mit initiiert hat und die aktuellen Projekte betreut. 

Und wie es sich für die Fantasie der Kreativen gehört, rankt sich ein kompletter Lebenslauf um ihre Plastik. „Die verwendete Astgabel des Eichenbaums, der vor mehr als 150 Jahren auf dem Hof Siegfried Kornfeld gewachsen ist, kann noch etwas über den Deutsch-Französischen Krieg von 1870 bis 1871 und von der Kaiserkrönung des preußischen Königs Wilhelm I. erzählen“, berichtet das historisch gut unterrichtete Team. 

„Herr von Rost“ einer doppelten Vergänglichkeit ausgesetzt

Die Jugendlichen, die im Carport von Norbert Grüneberg werkeln durften, verwandelten innerhalb einer Woche weggeworfene Materialien in kleinere oder größere Kunstwerke. Ihr Dank gilt dem Schrotthandel der Gebrüder Diekötter und dem Grundstückseigentümer Karl-Theodor Mumperow, der mit seinem Radlader auch die zentnerschwere Logistik der Transporte erledigt hat. 

Nachdem „Herr von Rost“ zügig seinen Platz gefunden hat und ab sofort einer „doppelten Vergänglichkeit“ ausgesetzt ist, wurden ergänzend zwei 1,80 Meter hohe Upcycling-Kunst-Produkte aus Stein, Stahl, Kunststoff- und Leichtmetallabfall in der Lutter zwischen der Brücke an der Isselhorster Straße und der Mühle installiert. „Ich kann mich zweimal täglich an diesem Anblick erfreuen“, lobt Passant Wilfried Götze, der beim Joggen die Skulpturen überrascht entdeckt hat, die neuen Hingucker.

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