Hilfe, bevor der Gashahn zugedreht wird
Stellten das Angebot „NRW bekämpft Energiearmut“ vor: (v. l.) Stephanie Kosbab (Projektleiterin bei der Verbraucherzentrale NRW), Thomas Primon (Vertriebsleiter Stadtwerke Gütersloh), Ralf Libuda (Geschäftsführer Stadtwerke), Mandy Zibolka (Energiearmutsberaterin) und Jutta Hülsmann (Leiterin Verbraucherzentrale Gütersloh).

Ziel des landesweiten Projekts „NRW bekämpft Energiearmut“ ist es, Zahlungsprobleme rund um die Energierechnung zu regulieren und deren Ursachen anzugehen, heißt es laut Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Es wird bisher an 13 Standorten angeboten, seit März auch in Gütersloh. Ralf Libuda, Geschäftsführer der Stadtwerke Gütersloh, und Stephanie Kosbab, Leiterin des Projekts Energiearmut der Verbraucherzentrale, stellten die Kooperation und deren Idee gemeinsam mit Mandy Zibolka, Fachberaterin an der Blessenstätte, vor.

Gemeinsam Lösungen erarbeiten

Die Beratungen finden immer donnerstags zwischen 9 und 13 Uhr statt. Verbraucher, die ihre Rechnung für Strom oder Gas nicht bezahlen können, und denen der Versorgungshahn vielleicht sogar schon abgedreht worden ist, erhalten bei der Verbraucherzentrale Hilfe. Im persönlichen Gespräch sollen Lösungen erarbeitet werden, damit die Energiesperre möglichst schnell wieder aufgehoben werden kann und damit eine ähnliche Situation erst gar nicht wieder eintritt.

Unbürokratische Hilfe in existenziellen Notlagen

Das Angebot richte sich vor allem an Bezieher von Sozialleistungen und Menschen mit niedrigem Einkommen, die zunehmend Schwierigkeiten haben, die monatlichen Rechnungen zu begleichen, heißt es in einer Erläuterung der Verbraucherzentrale. „Schnelle und unbürokratische Hilfe in existenziellen Notlagen ist ein Baustein des Angebots“, erläutert Stephanie Kosbab. Unter dem Dach der Beratungsstelle seien dazu vielfältige Informations- und Beratungsangebote gebündelt, um die Ursachen von Energie-Armut anzugehen. Der Umgang mit Energie komme ebenso auf den Prüfstand wie überflüssige oder zu teure Versicherungen. Auch ein Kassensturz zu Einnahmen und Ausgaben des jeweiligen Haushalts helfe dabei, einzusehen, dass Miete und Energiekosten zuerst bezahlt werden müssten.

Kooperation mit den Stadtwerken

Die Schuldner werden zudem dabei unterstützt, tragfähige Zahlungspläne mit dem Versorgungsunternehmen zu vereinbaren, um die Schulden zu begleichen. Ralf Libuda erklärt, warum sich die Stadtwerke an dem Projekt der Landesregierung beteiligen. Wenn in einem Haushalt keine Rücklagen vorhanden seien, bedeuteten Mahnverfahren, die Unterbrechung der Energielieferung und eine erneute Freigabe oft eine nicht zu stemmende Belastung. „Deshalb wollen wir erreichen, dass sich die Kunden so früh wie möglich an die Verbraucherzentrale wenden, und nicht erst, wenn die Sperrung unmittelbar bevorsteht.“

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