Hilferufe aus Syrien gelangen nach Gütersloh
Bild: Ibeler
Dr. Djamil Rechid mit Fotos aus seiner Heimat: Er bittet um Spenden für die Bewohner des syrischen Dorfs Eky Akhor, das eine neue Wasserpumpe benötigt.
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Der gebürtige Syrer Dr. Djamil Rechid – früherer Chefarzt der Abteilung Geriatrie des Krankenhauses Harsewinkel – hat immer noch eine enge Bindung zu seiner Heimat. Zurzeit erhält er täglich verzweifelte Anrufe von Verwandten und Dorfbewohnern. Die Menschen in der ländlichen Region sind zwar nicht direkt von den Ereignissen in der Nähe der syrischen Hauptstadt Damaskus betroffen, trotzdem sind die Auswirkungen des Bürgerkriegs in Rechids Geburtsort Eky Akhor täglich zu spüren. Zurzeit gibt es dort kein Wasser. Regen ist erst in Monaten zu erwarten. Bis dahin muss das Wasser zum Überleben teuer gekauft werden. Aber wovon? „Es gibt keinen Gewinner, sondern nur Verlierer“, beurteilt der Kurde die derzeitige Lage des Bürgerkriegs. Im Gespräch mit der „Glocke“ erläutert er die Situation in Syrien aus seiner Sicht.

„Die Glocke“: Sie erhalten täglich Anrufe von Verwandten und Freunden aus Syrien. Wie geht es den Menschen dort?

Dr. Djamil Rechid: Sehr schlecht. Es gibt keine Stabilität und jetzt ist auch noch die Wasserversorgung zusammengebrochen. Ich unterstütze meine Familie und Dorfbewohner soweit es geht, aber die Lage wird immer schlimmer.

Die Glocke: Wo sind Sie geboren und aufgewachsen?

Rechid: Ich wurde als ältester Sohn von fünf Kindern im Dorf Eky Akhor geboren. Es liegt im Nordwesten von Syrien und hat rund 1200 Einwohner. Durch die vielen Flüchtlinge ist die Einwohnerzahl dort inzwischen stark angestiegen.

„Die Glocke“: Wann sind Sie nach Deutschland gekommen?

Rechid: Nach dem Abitur habe ich in Köln Medizin studiert. Ich habe meine aus Köln stammende Ehefrau Ursula geheiratet, war im Ruhrgebiet beschäftigt und habe schließlich im Gütersloher St.-Elisabeth-Hospital eine Anstellung als Oberarzt erhalten. Bis zur Pensionierung war ich Chefarzt der Abteilung Geriatrie des Krankenhauses Harsewinkel.

„Die Glocke“: Wollten Sie nie in Ihr Heimatland zurück?

Rechid: Doch, 1974 bin ich mit meiner Frau und unseren Kindern nach Syrien ausgewandert. Wir wollten für immer dort bleiben. Nach sechs Jahren mussten wir aber aufgrund kriegerischer Unruhen das Land wieder verlassen und sind nach Deutschland zurückgekehrt.

„Die Glocke“: Besuchen Sie Ihre Angehörigen noch regelmäßig?

Rechid: Ja. Wir wechseln uns ab. Mittlerweile leben auch Neffen und andere Verwandte von mir in Deutschland. Wir hoffen, bei der nächsten Reise Spendengelder für die Anschaffung neuer Wasserpumpen für unser Dorf mitnehmen zu können. Die sind leider sehr teuer.

„Die Glocke“: Woher kommt das Wasser im Dorf?

Rechid: Eky Akhor befindet sich in 850 Metern Höhe. Das Wasser muss aus einem Brunnen in der Ebene hochgepumpt werden. Die Pumpen sind aber sehr alt und deshalb ausgefallen. Die Dorfbewohner besitzen nicht genug Geld, um neue zu kaufen. Trinkwasser aus gelieferten Tanks können sich die Menschen nicht leisten. Deshalb benötigen sie dringend Unterstützung. Ich bitte alle Freunde, Bekannte und interessierte Menschen um Unterstützung durch eine Spende.

 

Mehr zum Thema lesen Sie in der gedruckten Ausgabe der „Glocke“ vom 26. August 2013

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