Hoffmanns Comedy zum Fremdschämen
Bild: Dünhölter
Von wegen „Alles mega!“: Comedian Rüdiger Hoffmann enttäuschte mit seinem jüngsten Auftritt in der Gütersloher Stadthalle.
Bild: Dünhölter

 Das wurde am Donnerstag in der Gütersloher Stadthalle ersichtlich. Mit seinem mittlerweile 13. Soloprogamm „Alles Mega“ gastierte der 54-Jährige im großen Saal. Von „mega“ in Form oder zumindest von „gut“ konnte aber keine Rede sein. Den absolut enttäuschenden, niveaulosen, bodenlos platten Auftritt brachte einer von den vielen am Ende kopfschüttelnden Besuchern mit wenigen Worten auf den Punkt: „Das war Comedy zum Fremdschämen“.

Die Präsentation der Peinlichkeiten begann schon mit der ersten Nummer. Vor einem Ü-40-Publikum dozierte Hoffmann 15 Minuten über Erlebnisse in Swinger-Clubs oder auf Fetisch-Partys samt Gratis-Büfett mit Wiener Würstchen, Ochsenschwanzsuppe, Nudelsalat und Spreewaldgürkchen.

Auch die bis zur Neige ausgepressten Ausführungen über Nachhaltigkeit brachten statt Lacher nur stummes Erstaunen. „Neulich habe ich einen Hasen überfahren. Viele fahren ja weiter – aber mit Rosmarin war der ganz lecker.“ In diesem Stil ging es weiter. Seit der beginnenden Pubertät sehe das Gesicht seines Sohnes aus wie „eine Pizza Funghi mit extra Käse. Dafür ist die Bettwäsche an manchen Stellen härter, als ein gestärktes Hemd“. Ob solcher Flachwitze herrschte bereits zur Pause im nur halbvollen Saal Fassungslosigkeit. Selbst hart gesottene Hoffmann-Fans konnten mit dem aus früheren Programmen zusammengestückelten Auftritt kaum etwas anfangen.

Seine Selbstdemontage ging im zweiten Teil nahtlos weiter. Nachdem er die Fettleibigkeit einer Bekannten zum Thema gemacht hatte, („Ich habe mich daran gewöhnt, dass das Auto auf meiner Seite hochgeht, wenn sie mitfährt“) erläuterte er Abnehmversuche mit Glaubersalz: „Das Rohr war frei. Anschließend musste der Kampfmittelräumdienst kommen. Seitdem ist die Halle nur für Viehauktionen zu benutzen.“ Woraufhin die ersten Zuschauer gingen. Verpasst haben sie nichts. Denn auch Hoffmanns Bericht vom Pärchen-Urlaub mit Grit und Torben, deren Beziehung „wie der Nahost-Konflikt – nur mit mehr Hass“ sei, brachte keinerlei Heiterkeit. In dieser Form reicht es für Rüdiger Hoffmann nicht einmal mehr für Auftritte in Möbelhäusern.

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