Hygienische Aufbereitung ist ganzer Stolz
Bild: Frielinghaus
Sind begeistert von der umgestalteten Endoskopieabteilung im Klinikum Gütersloh: (v. l.) Sarah Stuczys (pflegerische Leitung) sowie Dr. Gero Massenkeil und Professor Dr. Axel von Bierbrauer (Leiter der Endoskopieabteilung).
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Die Fläche der Abteilung hat sich im Zuge der Sanierungsarbeiten auf 500 Quadratmeter verdoppelt. Außer der alten Endoskopieabteilung wurden auch die Räume des Labors, das im Neubau eingezogen war, dazu genommen. Investiert wurde in den Umbau, der bei laufendem Betrieb erfolgte, rund zwei Millionen Euro.

Die Modernisierung sei dringend notwendig gewesen, betont Dr. Gero Massenkeil, der gemeinsam mit Professor Dr. Axel von Bierbrauer die Endoskopieabteilung leitet. „Auch wenn es vorher an der apparativen Ausstattung und der medizinischen Qualität grundsätzlich nicht auszusetzen gab: Die alten Räumlichkeiten waren nicht mehr zeitgemäß“, sagt er. Spätestens als 2013 außer Darm- und Magenspiegelungen auch Lungenspiegelungen und Spiegelungen des Rippenfells durchgeführt wurden.

Aufwachraum mit sieben Plätzen

Massenkeil kann sich noch gut an die beengten Verhältnisse erinnern. „Patienten mussten teilweise auf dem Gang auf ihre Untersuchung warten. Der Lärmpegel war enorm“, sagt er. Das ist heute anders. Neu eingerichtet wurden im zweiten Obergeschoss des Klinikums nämlich außer einer Anmeldung und einem Besprechungsraum auch ein großzügiger Wartebereich. Der Aufwachraum, in dem früher Platz für zwei Patienten war, ist zudem vergrößert worden. Dort gibt es nun sieben Plätze. An allen können Blutdruck, Puls und Sauerstoffsättigung der Patienten überwacht werden.

Der ganze Stolz der beiden Mediziner ist die hygienische Aufbereitung der Untersuchungsinstrumente. Sie wurde komplett umgestaltet und entspricht jetzt den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts. Es wurden unter anderem neue Anlagen zur Reinigung, Desinfektion und Lagerung der Endoskope angeschafft.

Die benutzten Endoskope gelangten durch eine Durchreiche direkt vom Untersuchungsraum in den unreinen Bereich im Aufbereitungsraum. Dort werden sie vorgereinigt und anschließend in einem speziellen Automaten aufbereitet. Die sauberen Geräte werden dann auf der gegenüberliegenden Seite im reinen Bereich entnommen und in speziellen Schränken gelagert. „Durch dieses Durchreich-Prinzip können wir eine noch so geringe Verschmutzung der Instrumente nahezu ausschließen“, erklärt Marco Gnas, pflegerischer Leiter der Endoskopieabteilung.

Blick ins Innere der Patienten

Die Endoskopieabteilung im Klinikum Gütersloh ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Während vor zehn Jahren noch etwa 3000 Patienten jährlich untersucht wurden, sind es heute 5000 Patienten. Damit verzeichnet das Krankenhaus pro Jahr eine durchschnittliche Fallsteigerung von rund fünf Prozent.

In drei modernen Behandlungsräumen werden die Patienten endoskopisch untersucht. Was bedeutet, dass mithilfe eines speziellen Instruments, an dessen Spitze sich eine Kamera befindet, ins Innere der Patienten geschaut werden kann. Während des Eingriffs werden die Bilder in Echtzeit auf einem Monitor abgebildet.

„So können die inneren Organe einerseits untersucht und Krankheiten diagnostiziert, andererseits aber auch direkt kleinere oder größere Eingriffe vorgenommen werden“, erklärt Professor Dr. Axel von Bierbrauer. Mithilfe einer kleinen Schlinge aus Draht, die durch das Endoskop in den Körper eingeführt wird, könnten zum Beispiel Polypen abgetragen werden, die eine Vorstufe des Darmkrebses seien. Eine frühzeitiges entfernen könne das Ausbrechen der Krankheit verhindern.

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