IG Metall bestreikt zwei Betriebe
Bild: Miketta
Erhöhen den Druck auf die Arbeitgeber: Beate Kautzmann, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Gütersloh-Oelde, und Thomas Wamsler, Kassierer und Geschäftsführer der Geschäftsstelle in Rheda-Wiedenbrück, begleiten die Mitarbeiter zweier Gütersloher Betriebe beim 24-Stunden-Streik.
Bild: Miketta

Seit Beginn der Aktion stehen Streikposten vor dem Tor 1 des Werks an der Brockhäger Straße. Die Posten sollen verhindern, dass die Mitarbeiter doch noch ihre Tätigkeit aufnehmen. Aber alles soll friedlich ablaufen. „Jeder, der arbeiten will, kann das auch machen“, erklärte Beate Kautzmann von der IG Metall Gütersloh-Oelde im Vorfeld. „Aber wir werden dann schon mit den Leuten diskutieren, warum sie denn arbeiten wollen.“

Umfrage bei Mitarbeitern

Die Gewerkschaft hatte zuvor eine Umfrage bei den Angestellten von Procast gestartet. „Die Zustimmung war groß. Sonst hätten wir diesen Betrieb nicht ausgewählt“, sagte Thomas Wamsler, Kassierer und Geschäftsführer der IG-Metall-Geschäftsstelle in Rheda-Wiedenbrück. In deren Bezirk wird nur bei Procast am heutigen Donnerstag und bei einer weiteren Firma in Gütersloh am Freitag gestreikt. Welcher Betrieb das ist, verriet Kautzmann am Mittwoch noch nicht. Schließlich wolle die IG Metall den Überraschungseffekt nutzen.

Die Mitarbeiter, die ihre Tätigkeit ruhen lassen und streiken, können Streikgeld bei der Gewerkschaft beantragen. „Jeder muss sich bei uns am Haupttor der Firma bis 16 Uhr registrieren lassen“, erklärte Beate Kautzmann. Der Satz sei fast so hoch wie ein normaler Tageslohn.

Zurück in den Metalltarif

Kautzmann geht davon aus, dass sowohl bei Procast als auch bei der anderen Firma am Freitag die Produktion zum Stillstand kommt. Die IG Metall und Procast-Mitarbeiter fordern nicht nur sechs Prozent mehr Lohn und flexiblere Arbeitszeiten. Sie wollen auch zurück in den Tarifvertrag. Aus dem war das Unternehmen (ehemals Claas Guss) Ende 2017 ausgetreten. „Das ist der Grund, warum wir uns diesen Betrieb ausgeguckt haben“, erklärte Thomas Wamsler.

Damit der Streik reibungslos abläuft, haben sich Procast und die IG Metall darauf geeinigt, sechs Mitarbeiter in die Produktionshallen zu lassen. Denn einige Gießereianlagen müssen ordnungsgemäß herunterfahren. „Wir wollen nicht, dass ein Schaden entsteht oder etwas kaputt geht“, erklärte Kautzmann die Idee des Notdienstes. Procast ist eins von 70 Unternehmen in Nordrhein-Westfalen, das vom 24-Stunden-Streik betroffen ist.

SOCIAL BOOKMARKS