Ideale Räume zur Wiedereingliederung
Bild: Dünhölter
Sind begeistert von den Möglichkeiten in den neuen Räumen des Beruflichen Trainingszentrums: Birgit Schipp (Einrichtungsleiterin) und Mark Keuthen (Geschäftsführer auf OWL-Ebene) in der Werkstatt an der Hülsbrockstraße.
Bild: Dünhölter

Die erste Maßnahme zur Wiedereingliederung ins Berufsleben läuft bereits. Zurzeit werden 20 Frauen und Männer darauf vorbereitet, wieder in den Beruf zurückzukehren. „Arbeit kann stabilisieren, aber auch zerstören“, erklärt Diplom-Psychologin Birgit Schipp (54). Seit mehr als 20 Jahren widmet sich das Berufliche Trainingszentrum der Aufgabe, Menschen mit psychischen Erkrankungen (Depressionen, Burn-out) nach Rehabilitations-Maßnahmen „wieder in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen zu bringen“, erklärt die Einrichtungsleiterin. Die Maßnahmen werden von den Arbeitsämtern gefördert.

Alle Angebote unter einem Dach

Waren die auf bis zu elf Monaten befristeten Maßnahmen vor der Insolvenz an zwei Standorten (Werkstatt an der Osningstraße, BTZ an der Münsterstraße) verteilt, bieten die für 50 000 Euro ausgebauten Räume im Gütersloher Norden den Vorteil, sämtliche therapeutischen Angebote unter einem Dach bündeln zu können. Auf zwei Etagen stehen außer Sozial-, Besprechungs-, Ruhe- und Fitnessräumen im Erdgeschoss auch eine Holz- und eine Metallwerkstatt zur Verfügung. Die kaufmännischen „Schnupperangebote“, so Mark Keuthen (Geschäftsführer auf OWL-Ebene) finden in der ersten Etage statt.

Erfolgsquote: 65 Prozent

Für bis zu 40 Rehabilitanden stehen 15 betreuende Mitarbeiter (zwei Psychologen, drei Handwerksmeister, zehn Sozial-Pädagogen) zur Verfügung. Deren Aufgabe ist es, die Menschen langsam wieder auf den Berufsalltag vorzubereiten. „Überschätzung und Überforderung ist ein häufiges Problem. Die Leute würden oft am liebsten sofort von Null auf 100 durchstarten. Das kann aber vieles wieder kaputtmachen“, sagt Keuthen. Deshalb werde viel Wert auf „individuelle Ansätze“ gelegt, so Mark Keuthen. Das Konzept des Beruflichen Trainingszentrums geht offenbar auf. „Ein Teil der Praktikanten kommt nicht zu uns zurück, weil sie von den Firmen übernommen werden“, sagt Birgit Schipp. Insgesamt würden rund 65 Prozent der Rehabilitanden des BTZ den Sprung zurück ins Berufsleben schaffen.

SOCIAL BOOKMARKS