Impulse aus Gütersloh für die Hochschulen
Bild: Dinkels
An der Verler Straße hat das Centrum für Hochschulentwicklung seinen Sitz. Geschäftsführer Professor Dr. Frank Ziegele hält ein Hochschul-Ranking in gedruckter Form in den Händen.
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Seit 20 Jahren gibt das CHE Impulse für die deutsche und inzwischen auch europäische Hochschullandschaft. „Wir verstehen uns als Denkfabrik“, sagt Professor Dr. Frank Ziegele, einer von zwei Geschäftsführern. Dabei habe sich das Aufgabenfeld verändert. Früher sei es vor allem um die Frage gegangen, wie Hochschulen sich selbst steuern können, ihre Finanzen und das Personal. Ziegele: „Ich glaube, dass wir dazu einen erheblichen Beitrag geleistet haben.“

Der Gründungsgeschäftsführer Detlef Müller-Böling (bis 2008) prägte das Bild von der „entfesselten Hochschule“, die „autonom, wissenschaftlich, profiliert und wettbewerbsfähig, wirtschaftlich, international und neuen Medien gegenüber aufgeschlossen“ sein soll.

Heute gehe es um andere Themen, sagt Ziegele: „Hochschulen müssen auch gesellschaftliche Verantwortung übernehmen.“ Mittlerweise entscheidet sich jeder zweite Schulabgänger für ein Studium. An deutschen Hochschulen studieren 2,6 Millionen Menschen: Schulabgänger, Eltern, Menschen mit Migrationshintergrund, Berufstätige, Junge, Alte und auch viele ohne Abitur (derzeit 1,6 Prozent). Sie studieren an Ort und Stelle oder digital. Das Studium wird immer vielfältiger, oder wie es das CHE als Thema für den runden Geburtstag gewählt hat: „Hochschulbildung wird zum Normalfall“. Dem gelte es Rechnung zu tragen.

Das CHE kümmert sich aktuell beispielsweise um die Frage, wie Hochschulen und das Studium familienfreundlicher gestaltet werden können. Ziel eines Best-Practice-Clubs mehrerer Universitäten ist unter anderem ein Leitfaden Familienförderung.

Ein bleibendes Thema ist Transparenz, die das CHE mit dem Hochschulranking schaffen will. Das ist wegen der Methoden nicht ganz unumstritten und auch nicht bei jedermann beliebt, wird aber inzwischen auch im europäischen Ausland nachgefragt. Es gehe nicht darum, die beste Hochschule zu ermitteln, sondern die passende, sagt Ziegele.

Wie die Bertelsmann Stiftung muss auch das CHE mit Kritik leben. Nicht überall sind die Vorschläge willkommen. „Einfluss können wir nur haben, wenn wir gute Ideen haben“, sagt Ziegele zur Legitimation der Arbeit. Als gemeinnützige GmbH habe man die Verpflichtung, transparent zu sein. „Wir wollen dem System helfen.“ Kritik an Methoden müsse man sich stellen und versuchen, sie produktiv zu nutzen.

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