Interne Lösung für Miele-Logistik
Blick in das Kommissionierlager des Warenverteilzentrums von Miele: Dort werden Geräte und Ersatzteile zur Abholung bereitgestellt.  Bild: Miele

Die Logistik wird weder ausgegliedert noch fremdvergeben, und die rund 250 betroffenen Beschäftigten müssen weder Einbußen beim Tarifgehalt noch eine längere Wochenarbeitszeit in Kauf nehmen. Außerdem gilt für alle insgesamt 420 Beschäftigten der DL die Arbeitsplatzgarantie bis zum 30. Juni 2014. Bis dahin werden betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen.

Die Vereinbarung ist am Mittwoch unterzeichnet worden. Danach wurden die Mitarbeiter in der Kantine der Montage informiert. Die Distributionslogistik einschließlich des zentralen Warenverteilzentrums und der Ersatzteillogistik erfordere naturgemäß ein hohes Maß an Flexibilität, heißt es in der Präambel der Betriebsvereinbarung, die am 1. Oktober in Kraft treten soll.

So sollen die Arbeitszeiten im Rahmen der tariflichen 35-Stunden-Woche – auch kurzfristig – mehr dem tatsächlichen Arbeitsanfall angepasst werden. Damit entfallen Leerlauf und gegebenenfalls Überstundenzuschläge. Neueinstellungen soll es nicht geben, freiwerdende Arbeitsplätze werden nicht wieder besetzt. Stattdessen werden ein höheres Maß an Leiharbeit und die Fremdvergabe einzelner Arbeiten erlaubt.

Unter dem Strich soll das Einsparungen von rund einer Million Euro pro Jahr bringen. „Damit ist es gelungen, den im Interesse unserer Wettbewerbsfähigkeit und zur Sicherung der Arbeitsplätze notwendigen substanziellen Kosteneffekt zu erzielen“, erklärte Geschäftsführer Olaf Bartsch. Damit erübrige sich auch eine Ausgliederung des Betriebsteils.

 „Wir sind insgesamt mit der Lösung zufrieden“, sagte der Betriebsratsvorsitzende Klaus Niebusch der „Glocke“. Oberste Ziele seien der Erhalt des Tarifvertrags und der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen gewesen. „Das haben wir erreicht“, so Niebusch. Auch in der Belegschaft sei das Ergebnis gut aufgenommen worden.

Im Raum standen ursprünglich zwei Millionen Euro, die jährlich gespart werden könnten, wenn die Logistiker nicht dem Metall-Tarif unterlägen. Das hatte auch die Gewerkschaft auf den Plan gerufen.

Die Regelungen

Arbeitszeit: Die tarifliche Wochenarbeitszeit von 35 Stunden bleibt unverändert. Allerdings kann die tägliche Arbeitszeit auf bis zu zehn Stunden ausgedehnt oder bis zu fünf Stunden reduziert werden. Der jeweilige Arbeitsbeginn darf bei entsprechendem Bedarf noch am Vortag festgelegt werden und das Arbeitsende, wenn nötig, am laufenden Arbeitstag. Dazu werden Zeitkonten geführt. Erlaubt ist ein Korridor von plus 140 bis minus 70 Stunden. Außerdem sollen persönliche Belange wie die Kinderbetreuung oder Pflegefälle in der Familie berücksichtigt werden.

Leiharbeit: Die zulässige Leiharbeitsquote wird im Bereich der Distributionslogistik auf 10 Prozent festgelegt. Sie liegt sonst bei maximal 4,5 Prozent.

Dienstleister: In einzelnen Teilbereichen wie dem Stapler-, Be- und Entladeverkehr dürfen Tätigkeiten von externen Dienstleistern übernommen werden. Dadurch entstehende Überkapazitäten in der Stammbelegschaft werden vollständig kompensiert durch Fluktuation, Altersteilzeit, auslaufende Zeitverträge sowie den Abbau von Leiharbeit.

Analysen: Zur kontinuierlichen Verbesserung der Abläufe sollen mit dem Betriebsrat und der Belegschaft weitere Prozessanalysen durchgeführt werden.

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