Inzidenz für Gütersloh übersteigt 100
Foto: Steinecke
Der Krisenstab des Kreises Gütersloh appelliert an die Bevölkerung, Kontakte zu reduzieren und sich an die Infektionsschutzregeln zu halten.
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Eine Aussage, die verwundert angesichts von 107 Neuinfektion innerhalb einer Woche. Ein klarer Infektionsherd lässt sich laut Beate Behlert (Abteilung Presse, Kultur und Archiv) weder in Gütersloh noch im gesamten Kreis erkennen. Das Ausbruchsgeschehen sei sehr unspezifisch.

Ein Drittel der Infektionen ist nicht nachverfolgbar

„Ein Drittel der Neuinfizierten hat sich im familiären Umfeld angesteckt“, sagt sie auf Anfrage der „Glocke“. Bei einem weiteren Drittel der Infizierten sei die Quelle überhaupt nicht auszumachen. Das letzte Drittel verteile sich unter anderem auf das Arbeitsumfeld, Reiserückkehrer oder Gastronomiebesucher. 

In einer Mitteilung informiert der Kreis darüber, sein Personal aufzustocken. „Dazu haben wir ein Amtshilfeersuchen über 25 Verwaltungspersonen an die Bezirksregierung Detmold gestellt“, sagt Ingo Kleinebekel, Leiter des Dezernats Personal, Finanzen und zentrale Dienste. Weitere 50 Büroplätze sollen freigezogen werden, um die neuen Mitarbeiter in räumlicher Nähe zur Abteilung Gesundheit unterzubringen. Diese habe heute mit zirka 130 Mitarbeitern doppelt so viele als noch zu Jahresbeginn. 

Kreis rechnet mit mehr Patienten in Krankenhäusern

Die hohe Zahl an Neuinfektionen im Kreis – 94 von Donnerstag auf Freitag – ist laut Mitteilung der erste Indikator für das, was kommen werde: ein Anstieg der Patienten in den Krankenhäusern. Zunehmend werden diese dort gegebenenfalls sogar intensivmedizinisch versorgt und beatmet. Diesen Prozess gelte es, zu verlangsamen, damit die Kliniken nicht überfordert würden. Im Kreis gibt es 53 Intensivbetten; bei 44 ist eine Beatmung möglich. Mit drei durch Covid-19-Patienten belegten Plätzen sei die Lage momentan entspannt, schreibt der Kreis. Dies könne sich aufgrund der Infektionsdynamik aber ändern. 

Kontaktreduzierung kann wirksamer Beitrag sein

Vom 14. bis 20. Oktober wurden 186 neue Corona-Fälle bekannt. Die Zahl der positiven Fälle befindet sich damit auf einem deutlich erhöhten Niveau im Vergleich zur Vorwoche (128 Fälle). Selbst wenn die Kontaktpersonennachverfolgung zunehmend schwieriger werde und man die Ausgangsperson für ein Infektionsgeschehen nicht mehr in jedem Fall findet, so bleibe es vordringlich wichtig, die gefährdeten Personenkreise zu schützen, heißt es in der Mitteilung weiter. 

Daher appelliert Krisenstabsleiter Wilhelm Gröver: „Wenn jeder mitmacht und die eigenen Kontakte reduziert, dann ist das ein wirksamer Beitrag. Wir müssen lernen, mit Corona zu leben, ohne dass die Wucht die Schwächsten in der Gesellschaft trifft.“

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