Jamaikaner muss elf Jahre ins Gefängnis
Verbarg sich unter der Kapuze: Der 45-Jährige, der vom Bielefelder Landgericht zu elf Jahren Haft verurteilt wurde. 

„Ich sage da jetzt besser nichts zu“, war der Kommentar des Bruders des Opfers nach der Urteilsverkündung. Er war als Nebenkläger aufgetreten. Ausführlicher äußerte sich sein Anwalt Torsten Giesecke: „Ich hatte mit zwölf Jahren gerechnet. Ich werde mit der Familie jetzt in Ruhe besprechen, ob wir Revision einlegen.“ Die Staatsanwaltschaft und Giesecke hatten eine Haftstrafe von 13 Jahren gefordert. Die zwei Jahre Unterschied würden für die Familie „recht viel bedeuten. Aber immerhin kann er bei seiner Vergangenheit nicht damit rechnen, vorzeitig rauszukommen“, so Giesecke. Ebenfalls noch nicht sicher ist, ob der Angeklagte in Revision gehen wird. Sein Verteidiger Tobias Guettouche hatte eine achtjährige Strafe für ausreichend gehalten. „Aber man musste damit rechnen. Wichtig ist, dass es keine Sicherungsverwahrung gibt und er nicht wegen Mordes verurteilt wurde“, sagte Guettouche. Sein Mandant werde das Urteil nun erst mal sacken lassen. Dann werde über eine Revision nachgedacht. Guettouche: „Er bereut die Tat zutiefst. Er leidet besonders darunter, was er seinem Sohn damit angetan hat.“

Von Reue getragenes Geständnis

Ähnliches hatte der Angeklagte bereits in seinem Schlusswort am Dienstag geäußert. Das und das „umfassende und von Reue getragene Geständnis“, wie der Richter sagte, hätten für den Angeklagten gesprochen. Hinzu komme, dass die Tat allen Erkenntnissen zufolge nicht lange geplant gewesen sei. Zudem sei ein Streit vorausgegangen, den das spätere Opfer begonnen habe. Gegen den Jamaikaner sprach hingegen, dass er bereits mehrfach vorbestraft war. Mehrjährige Haftstrafen hätten ihn nicht von einer erneuten Tat abgehalten. Es habe eine hohe „Rückfallgeschwindigkeit“ gegeben.

Besonders ins Gewicht fiel, dass er „drei Kindern die Mutter und ihrem gemeinsamen Sohn auch den Vater genommen hat“, betonte der Richter. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass es sich um keine Affekttat handelte. Außerdem habe der Beschuldigte mit bedingtem Vorsatz gehandelt. Er hatte das Opfer mit einem Kabel etwa zwei Minuten gewürgt. Dadurch war die Frau bewusstlos geworden. Zwar habe er das Kabel dann losgelassen, es aber nicht gelockert. Das spräche dafür, dass er den Tod zumindest billigend in Kauf genommen habe, so das Gericht.

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