Jazznachwuchs tummelt sich im Wasserturm
Bild: Pieper
Die Jazz-and-more-Macher: (v.l.) Johannes Mettin, Michael Ritter und Miriam Köpke (Kreismusikschule), Nina Spallek (Bürgerstiftung) Kulturdezernent Andreas Kimpel und Lena Jeckel (Fachbereich Kultur).
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Dass der Jazz in der Dalkestadt – angefangen vom WDR-Jazzfest über die hochkarätig und international besetzte Konzertreihe „Jazz in Gütersloh“ bis hin zu diversen freien Angeboten – seit langem Klang und Namen hat. Ein Stein im bunten Mosaik aber fehlte laut Kulturdezernent Andreas Kimpel bislang: die gezielte Einbindung und Förderung des musikalischen Nachwuchses. Dem will sich die Kreismusikschule jetzt im Format „Jazz and more“ widmen, wie Leiterin Miriam Köpke sowie Verwaltungschef und Szene-Kenner Michael Ritter betonen.

Notwendiges Equipment und Club-Atmosphäre vorhanden

Tickets: Karten für alle Konzerte gibt es an der jeweiligen Abendkasse. Der Eintritt  kostet acht (ermäßigt vier) Euro.

Tipp: Wer sich für einen Auftritt bei „Jazz and more“ im Wasserturm interessiert, wendet sich an Johannes Mettin, Veranstaltungsleiter der Kreismusikschule Gütersloh, Tel. 05241/9252119, E-Mail: johannes.mettin@musikschule-guetersloh.de

Im Wasserturm, den der frühere Bertelsmann-Vorstand Marc Wössner vor 20 Jahren zum Jugendtreff umbauen ließ und den die Bürgerstiftung mit Mitteln des Wössner-Fonds im Rahmen ihres Engagements zur kulturellen Bildung seit zehn Jahren als Proben- und Veranstaltungsraum unterhält, haben die Macher den idealen Ort gefunden.

 „Das notwendige technische und instrumentale Equipment für Bands ist vorhanden“, lobt Johannes Mettin, Veranstaltungsleiter der Kreismusikschule, die Ausstattung. Und: „Dort herrscht die passende Club-Atmosphäre. Außerdem ist mit rund 50 Publikumsplätzen auch die richtige Zuhörermenge für Newcomer-Auftritte gegeben.“ Er ist sich sicher: „Wenn sich der Wasserturm als Konzert-Location erst einmal in der jungen, regionalen Jazz-Szene herumgesprochen hat, finden sich genügend Bands, die hier spielen werden.“ Es gilt eben auch beim Jazz das Prinzip „Angebot und Nachfrage“.

Gewinner von „Jugend jazzt“ in Gütersloh dabei

Für die erste Konzertstaffel nutzen die Macher bereits bestehende Netzwerke ihrer Kooperationspartner: das des Deutschen Musikrats und des Bielefelder Bunkers Ulmenwall. Vom ersten wird der Wettbewerb „Jugend jazzt“ auf Landes- und Bundesebene veranstaltet. Die letztjährigen Gewinner – das Daniel Oetz Salcines Quartett sowie das Philipp Hayduk/Benedikt-Göb-Duo – werden im Mai und November in Gütersloh spielen.

Die Auftaktveranstaltung am kommenden Sonntag aber gestaltet das Jazz-Kollektiv „Electric Ulmenwall“. Lena Jeckel, neue Leiterin des Gütersloher Fachbereichs Kultur, hat sich schon als frühere Geschäftsführerin des Bielefelder Bunkers für die Jazz-Nachwuchsförderung in der Region stark gemacht. Beim Konzert wird sie als Bassistin dabei sein.

Zwischen Torte und Tatort

Folgende Konzerte sind in der ersten Staffel von „Jazz and more“ im Gütersloher Wasserturm geplant. Beginn ist immer sonntags – zwischen Torte und Tatort – jeweils ab 18 Uhr.

Sonntag, 7. April: Das 25-köpfige, in wechselnder Besetzung auftretende Jazz-Kollektiv „Electronic Ulmenwall“ aus Bielefeld schickt sechs Musiker, die mit loopbasierten Improvisationen und coolem elektronischem Sound punkten wollen.

Sonntag, 12. Mai: Mit dem Daniel-Oetz-Salcines-Quartett aus Köln kommt der Gewinner des Bundeswettbewerbs „Jugend jazzt“. Die beiden Gründungsmusiker Daniel Oetz Salcines und Fabio Cimpeanu lernten sich als Zwölfjährige in der Musikschule kennen, sammelten Erfahrungen in verschiedenen Combos und studieren mittlerweile an der Musikhochschule in Köln. Ergänzt um Reinel Ardiles Lindemann und Wim Schulze, die im Jugend-Jazz-Orchester Westfalen spielen, präsentiert das Quartett vorwiegend eigene Kompositionen.

Sonntag, 22. September: Treibende Beats, lyrische Linien und wilde Improvisationen: Komponistin Lena-Lrissa Senge kreiert zusammen mit fünf Mitstreitern als Frontsängerin der Band „Lariza“ einen wuchtigen Sound. Die Kölner Gruppe bringt Zeitgeist-Themen mit schönen, aber auch schrägen Klängen zu Gehör.

Sonntag: 10. November: Mit dem Posaunisten Philipp Hayduk und dem Pianisten Benedikt Göb steht ein Duo auf der Bühne im Wasserturm, das beim Landeswettbewerb „Jugend jazzt“ einen ersten Preis gewonnen hat. Ob stimmvolle Balladen oder mitreißende Latin-Stücke, die beiden wissen mit viel Energie und offensichtlichem Spaß am gemeinsamen Musizieren zu begeistern.

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