Jede Zigarette raubt elf Lebensminuten
Bild: Kohn
Nikotintherapeutin Angela Prattke hilft Rauchern schon seit 2001 dabei, die Zigarettensucht zu überwinden.
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 Anlässlich des Welt-Nichtrauchertags am 31. Mai hat „Die Glocke“ mit der 49-Jährigen über das Rauchfrei-Programm gesprochen, das sie Interessenten seit 2001 anbietet.

Die Fachkrankenschwester für Psychiatrie und Sucht, die sich im Jahr 2000 zur Nikotintherapeutin weiterbilden ließ, ist selbst seit 1996 rauchfrei. Was sie dazu bewegt hat, mit dem Rauchen aufzuhören? „Ich habe an vielen Seminaren zum Thema Rauchfrei teilgenommen. Jeder hat einen bestimmten Auslöser, der ihn zum Aufhören bewegt. Bei mir war es die Tatsache, dass allein eine Zigarette elf Minuten weniger zu leben bedeutet.“

Außerdem sei es wichtig, eine persönliche Motivation zu finden. „Das Aufhören muss sich lohnen. Erst, wenn die Nachteile überwiegen, legen die meisten Raucher die Zigarette aus der Hand.“ Weil das allein aber nicht so einfach ist, hilft Prattke.

Da der Entwöhnungskursus eine gesundheitliche Präventivmaßnahme darstellt, werden die Kosten zwischen 80 und 100 Prozent von der Krankenkasse oder den jeweiligen Betrieben übernommen. Interessenten melden sich bei Angela Prattke unter Tel. 05241/7082375 oder bei der „Rauchfrei“-Telefonberatung unter Tel. 0180/5313131.

Näheres im Internet unter www.rauchfrei-info.de

Solch ein Kursus dauert sechs bis acht Wochen, die Termine werden nach den Wünschen der Teilnehmer individuell vereinbart. Anmelden können sich auch geschlossene Gruppen oder Betriebe, die etwas für die Gesundheit ihrer Angestellten tun möchten. Vertreten sind alle Altersgruppen. „Mein jüngster Teilnehmer war 16 Jahre alt, der älteste 69.“

Ziel der Sitzungen ist die Analyse der eigenen Rauchsituation. Um von der Gewohnheit, zu einem bestimmten Zeitpunkt zur Zigarette zu greifen, wegzukommen, werden Strategien entwickelt. „Es ist wichtig, Alternativen zu entdecken: Statt in der Pause zu rauchen, lieber eine Runde spazieren gehen.“ Auch das Gespräch mit Leidensgenossen hilft durch die Erkenntnis: „Anderen geht es genauso.“

 Prattke warnt Nicht-Standhafte allerdings vor Resignation und Pessimismus. „Ein Rückfall heißt nicht, dass alles verloren ist.“ Stattdessen solle man stolz auf die Zeit sein, in der man auf Tabak verzichten konnte. Das motiviere. Aber auch die zunehmend strengeren Maßnahmen, wie das deutschlandweite Rauchverbot in Kneipen oder die Anti-Rauchkampagnen auf Zigarettenpackungen zeigen Wirkung. „Die Teilnehmer sagen: Ich will nicht mehr als Buhmann da stehen. Sie wollen gesünder, freier und unabhängig sein.“ Als ersten Schritt in diese Richtung können Interessenten im Internet kostenlos ein Start-Paket bestellen, das unter anderem einen Relaxball, Pfefferminz, sowie einen Rauchfrei-Kalender enthält.

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