Jugendmusikkorps Avenwedde glänzt
Bild: Heumüller
Das Jugendmusikkorps Avenwedde wusste einmal mehr bei seinem Jahreskonzert in der Gütersloher Stadthalle zu überzeugen.
Bild: Heumüller

 Und das bei hohem musikalischen Niveau und solider Ausführung bis ins Detail. Beim jüngsten Konzert, dem fünften in der Gütersloher Stadthalle unter der Ägide von Thiemo Kraas, hat sich das am Sonntag eindrucksvoll bestätigt.

Dass auf das Jugendmusikkorps Verlass ist, scheint schon selbstverständlich zu sein. Der hohe Leistungsstand ist aber Ergebnis langfristig angelegter Ausbildungsarbeit mit jungen Menschen. Dabei ist es wie in der Gastronomie: Um einen hohen Standard zu erreichen, bedarf es großer Anstrengung, noch größerer aber, um ihn zu halten.

„Reiseberichte“ war der Leitgedanke der ersten Konzerthälfte, und zwar sowohl über reale als auch über virtuelle Reisen. Acht schwedische Volkslieder und -tänze, von August Söderman zu einer Suite zusammengefasst, erinnerten an die Fahrt des Jugendmusikkorps nach Schweden in die Gütersloher Partnerstadt Falun. Mal heiter beschwingt, mal schwermütig düster mit vielen Solopartien, zeichnete das Hauptorchester das Bild der skandinavischen Landschaft und deren Bewohnen nach. Stilecht gab es dafür knuffige Elche als Belohnung.

Als filmische Reise ging’s mit der Musik des weltbekannten John Williams zu „Hook“, der Fortsetzung von Peter Pan, weiter, wobei die turbulenten Ereignisse beinahe greifbar in die Sprache der Musik übertragen wurden. Von gleich hoher Imaginationskraft waren „Gullivers Reisen“ nach Jonathan Swift, im Original eine gesellschaftskritische Satire, worauf Peter Wiese in seiner Moderation extra hinwies. Von Bert Appermont wurde sie in adäquater Tonsprache ausgedeutet.

Moderiert von Franziska Bastian und Lara Werner, eröffnete das Vororchester der zweiten Teil mit „Present Morning Impressions“, von Kraas eigens für die jungen Musiker komponiert. Edward Elgar, der erste große englische Komponist seit dem Barock, teilt mit vielen Leidensgenossen das Schicksal, dass sich seine Berühmtheit auf ein einziges Werk beschränkt: seinen Marsch Nr. 1 aus Pomp and Circumstance. Seine Wirkung verfehlte dieser auch am Sonntag nicht, genauso wenig wie die Arrangements zu Andrew Lloyd Webbers „Phantom der Oper“. Mit fünf rassigen Rock-Classics ging es auf die Zielgerade. „Coldplay on stage“ war die Zugabe überschrieben. Und das alljährliche Trompetenecho zum unwiderruflichen Ausklang genießt schon Kultstatus.

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