Junge Schlaganfall-Opfer im Gespräch
Bild: Dinkels
Wollen aufklären: (v. l.) Sandra Rösemeier (Schlaganfall-Hilfe), Ron Hendrik Weber, Christine Goddard, Gabriele Conert (McDonald’s) und Mario Rustemeier.
Bild: Dinkels

Was nur wenige wissen: Der Schlaganfall ist keine Krankheit älterer Menschen. Schon Kinder sind betroffen, und im Alter zwischen 18 und 50 Jahren bundesweit jedes Jahr etwa 14 000 Menschen. Darauf macht jetzt eine Kampagne der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe in Kooperation mit McDonald’s in Gütersloh und Rheda-Wiedenbrück aufmerksam. Auf Tisch-Sets, die auf jedem Tablett als Unterlage dienen, erzählen Betroffene ihre Geschichte.

Wie Mario Rustemeier, heute 41 Jahre alt: „Wir wollten zum Karneval an diesem Samstagabend im Februar 2007. Doch dann wurde mir schwindelig, ich musste mich hinlegen. Selbst Tage später blieb ein komisches Gefühl. Der Arzt schickte mich zur MRT-Untersuchung. Ergebnis: Ich hatte eine Blutung im Kleinhirn.“ Inzwischen ist Rustemeier verheiratet und Vater zweier Kinder. Bei den Stadtwerken wird er künftig auch die Funktion eines Wiedereingliederungsbeauftragten für Langzeiterkrankte übernehmen.

Während Rustemeier und andere in ihren Job zurückkehren konnten, kämpft Christine Goddard (47) noch mit den Folgen der Erkrankung. „Ich lebte bewusst, sportlich und gesund. Ich saß auf dem Sofa und telefonierte, als ich mein Bein nicht mehr bewegen konnte. Ich lallte. Mein Mann sah, dass mein Gesicht schief wirkte, und reagierte sofort.“ Goddard kam auf die Intensivstation nach Bethel, wo sich herausstellte, dass ein Herzfehler den Schlaganfall verursacht hatte. Sie kann ihren linken Arm nicht bewegen, und benötigt zum Gehen noch eine Krücke.

Im Mittelpunkt der Kampagne steht die kreisweite Selbsthilfegruppe „The Young Strokers“, der mittlerweile 14 Mitglieder angehören, die ein ähnliches Schicksal erlitten haben wie Rustemeier und Goddard. Die Gruppe trifft sich immer am vierten Montag im Monat entweder in den Räumen der Stiftung an der Carl-Miele-Straße oder auswärts wie zuletzt in einem spezialisierten Fitness-Center. Außer dem Erfahrungsaustausch und Themen wie „Führerschein nach Schlaganfall“ stehen auch gemeinsame Unternehmungen auf dem Programm, damit der Spaß nicht zu kurz kommt. Gabriele Conert, Chefin der McDonald’s-Restaurants: „Ein Schlaganfall kann jeden treffen. Es geht also auch unsere Gäste an und ist damit ein Thema für uns.“

SOCIAL BOOKMARKS