Kabarett-Bundesliga auf der Zielgeraden
Bild: Dünhölter
Seichte Unterhaltung, mittelmäßiges Niveau: In der letzten Gütersloher Vorrunde zum deutschen Kabarettpreis gab es nur ein Unentschieden zwischen Masud (links) und Klaus Renzel (rechts). In der Mitte Moderator Carsten Hormes.
Bild: Dünhölter

Am letzten Spieltag in der Gütersloher Stadthalle trafen dabei am Donnerstag Musik-Entertainer Klaus Renzel (Tabellenplatz 9) gegen Stand-Up-Comedian und Improvisationskünstler Masud (Platz 14) an. Ob es am Tabellenstand, dem Wetter, der Fußball-Pause oder dem parallel im TV ausgestrahlten ersten Relegationsspiel lag, sei einmal dahin gestellt. Tatsache war: Gut die Hälfte der Tische blieb frei. Wobei man zur Ehrenrettung der Künstler sagen muss auch nicht jede Bundesligapartie findet vor ausverkauftem Haus statt. Vielleicht ahnte das fern gebliebene Stammpublikum aber auch, dass das ansonsten hohe Unterhaltungsniveau der Kabarett-Bundesliga dieses Mal nur ansatzweise erreicht wurde.

Wie im Ballsport galt die Regel: Die Tabelle lügt nicht. Klaus Renzel gegen Masud war das langatmigste der bis dato erlebten Duelle. Maximal Landesliga-Format lieferten die beiden. Von der Unterhaltungs-Bundesliga mit ihren tollen Gags, witzigen Wortspielen und zündenden Ideen waren beide – zumindest an diesem Tag - weit entfernt. Das Ergebnis: ein leistungsgerechtes Unentschieden, das erste im bundesweiten Veranstaltungsreigen.

Klaus Renzel, von Moderator Carsten Hormes vollmundig als „eine Mischung aus Charlie Chaplin und Jimi Hendrix“ angekündigt, versuchte sich als Körperkünstler. Er spielte Nasenflöte, ein brasilianisches Akkordeon und zupfte auf der Gitarre ein Jazz-Version-Medley von Hänschen klein, Beethovens „Für Elise“, der James Bond-Melodie und Alle meine Entchen. Das war nett, riss aber niemanden vom Hocker. Auch die Versuche, mit unterschiedlichen auf dem Kopf angebrachten Saugnäpfen Stier, Elch, Einhorn, Punker oder die Freiheitsstatue darzustellen, reichte nicht, um wirklich zu begeistern.

Der Berliner Masud – optisch im Fahrwasser von Comedian Bülent Ceylan unterwegs – sorgte mit seinen Witzen über Türken, Araber, Pfandgutscheine, Spargel und Ponyhöfe zwar für Schmunzler. Mehr aber auch nicht, was vielleicht auch an seinem Temperament lag, das einer Schlaftablette gleichkam. Sprüche wie „Leute, ich muss hier 45 Minuten machen“ waren jedenfalls nicht dazu angetan, sein Programm zu verbessern.

Bilanz: Für den Titel des Kabarettmeisters kommen diese beiden nicht infrage.

SOCIAL BOOKMARKS