Kabarettist Abdelkarim über Rassismus
Zum Netzwerktreffen der Aktion „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ besuchte Schulpate Abdelkarim die Elly-Heuss-Knapp-Realschule.

Nicht nur die Schüler der Elly-Heuss-Knapp-Schule wollten mit Selfies und Autogrammen versorgt werden. Zum Netzwerktreffen der Aktion gegen Rassismus an Schulen waren außerdem Jugendliche sowie Lehrkräfte von 14 Schulen aus dem Kreis Gütersloh, die ebenfalls an der Aktion teilnehmen, zu Gast.

Kunstprojekte, Flashmobs, Gedichte – beim Netzwerktreffen stellten die Einrichtungen ihre Aktionen gegen Rassismus vor. An der Elly-Heuss-Knapp Schule gibt es eine Arbeitsgemeinschaft, die sich zum Ziel gesetzt hat, auf Rassismus aufmerksam zu machen und dagegen zu kämpfen. Passend zum Ende der Präsentation der Schulprojekte gegen Rassismus betrat der prominente Schulpate die Aula. „Ich möchte mich bei euch bedanken. Ich finde es klasse, was ihr macht“, sagte Abdelkarim vorweg.

Im Gespräch mit den Schülern erzählte der Kabarettist, den man aus zahlreichen Comedy- und Kabarett-TV-Formaten kennt, von seinen Erfahrungen mit Rassismus. „Oft ist es unterschwelliger Rassismus, der gar nicht so auffällt. Zum Beispiel die Frau, die ganz fest ihre Handtasche umklammert, wenn ich mich im Zug neben sie setze“, erzählt Abdelkarim. Seine persönliche Reaktion sei dann vor allem Humor. Im Falle des etwas schreckhaften Gegenübers etwa seine eigene Tasche ebenso fest zu umklammern „Und dann haben wir beide gemerkt, wie blöd wir gerade aussehen.“

Dass man Abdelkarim als Paten für die Schule gewinnen konnte, ist für Lehrerin und AG-Leiterin Fatima Rieb ein Glücksfall: „Wir haben ihn zum Start unseres Projekts 2015 gefragt, ob er unser Pate sein möchte, und haben uns wahnsinnig gefreut, dass er mitmacht und sich auch jetzt zwischen seinen Auftritten wieder die Zeit für uns nimmt. Abdelkarim erzählte aber nicht nur auf humorvoll leichte Art von seinen Erfahrungen mit Rassismus, sondern wollte auch wissen, wie seine Gegenüber mit Rassismus in Kontakt kommen.

Eine Lehrerin, die Kopftuch trägt, berichtete beispielsweise, dass sie trotz guter Noten bei einer Vielzahl an Bewerbungen auf Lehrerstellen kaum Rückmeldung bekommen habe. Schüler wiederum erzählten, dass einige Ausländerklischees auch auf Schulhöfen immer noch im Umlauf seien. „Rassismus hat viele Gesichter – immer noch. Aber solche Projekte hatten wir früher nicht. Und ich freue mich, dass ihr da mitmacht“, sagte Abdelkarim.

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