Karl-Heinz Meister wirbt um Organspender
Werben um Organspender: Karl-Heinz Meister, dessen Sohn vor vier Jahren eine Niere transplantiert bekommen hat, und Dr. Bernd Fischer, Transplantationsbeauftragter des Klinikums Gütersloh.

Karl-Heinz Meisters 41-jähriger Sohn hat vor vier Jahren eine neue Niere transplantiert bekommen. „Ein langjähriger Freund hat ihm das Organ gespendet“, erzählt Meister. Vorher habe sein Sohn nach einem Nierenversagen Jahre lang nur mit einer Bauchfell-Dialyse überleben können. „Die Kraft meines Sohnes ließ aber immer mehr nach. Und schließlich hat sein Freund erklärt, dass er unserem Sohn eine Niere überlassen will.“ Dabei sei von so einer Entscheidung nicht nur der Spender selbst betroffen, erzählt der Harsewinkeler. Auch die Ehefrau und die Töchter des heute 50-Jährigen hätten dem Entschluss zugestimmt.

Eine einzige Organentnahme

„Die Lebendspende kann aber immer nur eine Ausnahme sein“, betont Dr. Fischer. „Wir können unsere Probleme nur durch postmortale Spenden lösen.“ Und in Deutschland gebe es einfach immer noch viel zu wenig Menschen, die bereit sind, sich nach dem Tod Organe entnehmen zu lassen. „Im Klinikum hatten wir im vergangenen Jahr nur eine Organentnahme“, erklärt Fischer. Eine Niere des Spenders ging nach London, die andere nach Essen. „Ist der Wille des Verstorbenen unklar und die Angehörigen sind gegen einen Explantation, müssen wir diese Entscheidung akzeptieren.“

Ich für dich - du für mich

In anderen Ländern, in denen die Widerspruchsregelung gelte, sei die Spendenbereitschaft viel höher. Danach gilt jeder als Spender, der zu Lebzeiten einer Organentnahme nicht widersprochen hat. „Eigentlich müsste sich jeder angesprochen fühlen. Schließlich kann es auch jeden treffen“, betont Fischer. Dieses Bewusstsein will Karl-Heinz Meister mit einem von ihm selbst entworfenen Aufkleber wecken. „Pro Organspende – Ich für dich – du für mich“, steht auf dem runden türkisfarbenen Emblem mit weißem Rand. Zwei Piktogramme stellen Organspender und -empfänger dar. „Die Ergänzung ,hab Vertrauen, mach mit‘ habe ich erst nach dem Organspenden-Skandal hinzugefügt“, erläutert Meister seine Idee.

Aufkleber als Anregung

Das Klinikum Gütersloh hat inzwischen einen Geldbetrag für den Druck der Aufkleber zur Verfügung gestellt. 1000 Exemplare können damit produziert werden. Jetzt hoffen Meister und Fischer auf Sponsoren, die sich der Aktion anschließen und sie auch finanziell unterstützen. Die Aufkleber sollen in Arztpraxen, Apotheken und Krankenkassen, an Tankstellen, im Rathaus und anderen öffentlichen Gebäuden ausgelegt werden und von den Bürgern möglichst öffentlichkeitswirksam auf Autos angebracht werden. Der Seniorenbeirat, der vor allem Ältere schon seit einiger Zeit intensiv über das Thema informiert, ist von Karl-Heinz Meisters Engagement ebenfalls begeistert. „Für uns ist es wichtig, darüber aufzuklären, dass auch ältere Menschen nach dem Tod noch als Organspender infrage kommen“, betont Jürgen Jentsch, Vorsitzender des Gremiums.

Gespräch mit dem Experten

Dr. Bernd Fischer bietet sich an, persönlich alle Fragen rund um die Organspende zu beantworten. Er ist auch Ansprechpartner für Interessenten die die Aufkleber-Aktion von Karl-Heinz Meister unterstützen wollen. Der Transplantationsbeauftragte ist werktags von 7 bis 16 Uhr unter Telefon 05241/8323110 zu erreichen.

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