Karstadt-Mitarbeiter weiter in Sorge
Bild: Dinkels
Seit 50 Jahren prägt das Kaufhaus am Berliner Platz die Innenstadt. Es wurde 1965, damals noch unter dem Namen Hertie, eröffnet.
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„Es wird auf jeden Fall Personalabau geben“, sagte die Betriebsratsvorsitzende Ursula Burkert am Mittwoch der „Glocke“. In welchem Umfang, ob im zwei- oder einstelligen Bereich, das lasse sich noch nicht sagen. Die bisher vorgelegten Zahlen seien nicht schlüssig und hätten bei dreimaliger Berechnung zu unterschiedlichen Ergebnissen für die Gütersloher Filiale geführt.

Fakt sei schon jetzt, dass die befristeten Arbeitsverträge nicht verlängert würden. Zwei Verträge seien zum Jahresende ausgelaufen, drei weitere liefen Ende der Woche aus und ein weiterer später. „Wir sind dann mit allen auslaufenden Verträgen durch“, so Burkert. Ziel sei es, den Personalabbau möglichst ohne betriebsbedingte Kündigungen zu bewerkstelligen – etwa über Altersteilzeit und Frühverrentungen.

Insgesamt 2000 Stellen will der Warenhauskonzern abbauen, das war schon bekannt. Jetzt sollen außerdem rund 1100 Mitarbeiter von Verkaufsberatern zu Regaleinräumern herabgestuft werden. Nach Angaben von Ursula Burkert würde das für die Betroffenen Einbußen von 300 Euro monatlich bedeuten. Außer der Herabstufung gehe es auch um eine Reduzierung der Stundenzahl.

Über diese neue Vertriebsstruktur seien die Betriebsräte Mitte Januar informiert worden. Danach solle das Personal auf der Verkaufsfläche künftig in Verkäufer, Kassierer und Waren-Service-Teams, die die Regale bestücken, aufgeteilt werden. Die Mitarbeiter der Service-Teams sollen nicht mehr verkaufen. Auf den Etagen sei dann noch eine Grundbesetzung vorgesehen und nicht mehr überall eine Kasse, berichtete die Betriebsratsvorsitzende.

Service-Teams gebe es in den Kaufhäusern heute schon, aber nicht in dem Umfang, wie es geplant sei. „Wir wollen die Kollegen nicht in Klassen einteilen“, sagte Burkert – die im Übrigen viele Vorgaben nicht für zukunftsfähig, sondern eher für geschäftsschädigend hält. „Der Bestand des Hauses in Gütersloh ist erstmal gesichert“, lautet ihre Einschätzung. Aber: „Durch die Maßnahmen ist der Bestand des Unternehmens gefährdet.“

Aktuell teilen sich im Kaufhaus am Berliner Platz noch 97 Beschäftigte 57 Vollzeitstellen. Hinzu kommen noch einmal 14 Mitarbeiter im ausgelagerten Restaurant, das von dem Sanierungspaket nicht betroffen ist. Im Verkauf allein seien es noch knapp 50 Vollzeitstellen. Ursula Burkert: „Wir haben Personal verloren und es wird nichts ersetzt.“

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