Karstadt schließt Multimedia-Abteilung
Bild: Dinkels
Hinter der Fassade des Kaufhauses am Berliner Platz wird zurzeit kräftig gewerkelt.
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Computer, Fernsehbildschirme, DVDs und CDs wird es am Berliner Platz künftig wohl nicht mehr geben. Damit folgt das Haus der konzernweiten Linie, die Andrew Jennings, Vorsitzender der Geschäftsführung der Karstadt Warenhaus GmbH, Anfang des Jahres ausgegeben hatte. Der „Financial Times“ sagte er im Februar: „Wir werden uns in den kommenden 18 Monaten aus dem Multimedia-Geschäft zurückziehen.“ Stattdessen wolle sich das Unternehmen auf Mode, Wohnen, Sport und Personality, also Schmuck, Uhren und Kosmetik, konzentrieren. Auch der Buchbereich stehe auf dem Prüfstand.

Bücher gibt es im Kaufhaus in der Innenstadt – wie andere Teile des Sortiments, das in größeren Häusern angeboten wird – längst nicht mehr. Die Fokussierung auf die von Jennings angesprochenen Bereiche hat dort schon weitgehend stattgefunden. Wie die zweite Etage künftig genutzt wird, lässt sich durch einen Gang durchs Gebäude erschließen. Auf Hinweisschildern steht zu lesen: „Demnächst noch größer: Sport, Spielwaren und Kinderkonfektion.“ Und: „Elektrogeräte erhalten Sie weiterhin im Untergeschoss.“ Das sind beispielsweise Staubsauger und Kaffeeautomaten.

Auf Anfrage der „Glocke“ sagte Geschäftsleiter Ralf Lehmkuhl, ein Schwerpunkt des Umbaus werde im Sport liegen, „da Gütersloh im Unternehmen schon immer ein guter Sportstandort war und bleiben soll“. Aufgenommen werden solle dort das Segment Fahrradzubehör. Vergrößert werde auch der Outdoor-Bereich. Der Bereich Nintendo (Spielkonsolen) werde in die Spielwarenabteilung integriert. Bilderrahmen, Druckerpatronen und Speichermedien sollen ins Schreibwarensortiment aufgenommen werden.

Obwohl sich die Wettbewerber im Bereich Multimedia über die Nachricht freuen dürften, hat die Schließung nicht unmittelbar mit dem Markt in Gütersloh zu tun. In der Innenstadt entsteht damit eine Lücke. In Verbindung mit der Debatte über das Wellerdiek-Areal war immer auch die Rede von der Ansiedlung eines zweiten Fachmarkts für Unterhaltungselektronik zusätzlich zum Platzhirschen Media Markt.

Das Karstadt-Haus beschäftigt rund 120 Mitarbeiter und hat eine Verkaufsfläche von 8500 Quadratmetern. Es galt bislang immer als eins der profitablen Kaufhäuser der Kette.

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