Kegler gehen auch als Kellner in die Vollen
Bild: Bojak
Organisieren das Vereinsheim der Keglervereinigung Gütersloh-Rheda: Claudia Horn (links, Vereinsvorsitzende) und Elke Wächter (verantwortlich für die Terminvergabe) in der Gaststube.
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 „Ich habe immer schon damit geliebäugelt, unser Vereinsheim selbst zu organisieren und zu betreiben“, erzählt Claudia Horn, die Vorsitzende des Vereins. Im Sommer 2012 ergab sich dann eine gute Gelegenheit. Die Familie Sieweke, Pächter der Stadthallen-Gastronomie „Sinfonie“, hatte angekündigt, den Pachtvertrag nicht zu verlängern („Die Glocke“ berichtete). „Daraufhin haben uns Wilhelm Kottmann (Leiter des Fachbereichs Kultur und Sport der Stadt Gütersloh) und Ralph Fritzsche (Kaufmännischer Leiter der Stadthalle) gefragt, ob wir unser Vereinsheim selbst führen wollen“, sagt Claudia Horn. Die Sportkegler überlegten nicht lange und griffen zu. „Wir haben uns sowieso schon komplett um die Technik der Bahnen gekümmert. Da war es reizvoll, auch die Gastronomie zu übernehmen.“

1000 Arbeitsstunden für die Renovierung

Insgesamt 35 Vereinsmitglieder machten sich an die Arbeit und renovierten den rund 100 Quadratmeter großen Lokalbereich. „Wir haben alles hell gestrichen, die Tischplatten teilweise abgeschliffen und lasiert, teilweise durch neue ersetzt“, erzählt die Vereinsvorsitzende. Nach rund 1000 Arbeitsstunden durften die Sportkegler stolz auf ihr freundliches, einladendes Vereinsheim „Gassenzwang“ blicken. Seit rund 14 Monaten werden sowohl die Sport- als auch die Hobbykegler von zehn Mitgliedern der KV Gütersloh-Rheda mit Speisen und Getränken versorgt. „Wir sind ein regulärer Gastronomiebetrieb“, erklärt Claudia Horn. Die Vereinsmitglieder organisieren den Einkauf, die Reinigung, teilen die Mitarbeiter für die entsprechenden Tage ein und vergeben Termine für die Kegelbahnen. Der gesamte Ablauf sei von Anfang an reibungslos über die Bühne gegangen, betont Elke Wächter, die nicht nur für den Wareneinkauf zuständig ist, sondern auch die Terminplanung für die Kegelbahnen-Gaststätte übernommen hat. Dienstags bis freitags und sonntags ist der „Gassenzwang“ geöffnet, zudem an jedem ersten Samstag im Monat. „Die acht Kegelbahnen sind meistens belegt“, sagt Claudia Horn. „Und damit läuft auch unsere Gastronomie gut.“

Kindergeburtstage und Weihnachtsfeiern

Die Mitteilung von Stadthalle und Sieweke-Nachfolger Kurt Biesel, dass das Stadthallen-Restaurant „Friedrichs“ zum Ende des Jahres schließt, bereitet den Betreibern des Vereinsheims allerdings einige Sorgen. „Bisher hat uns das Biesel-Team die Speisen geliefert, wenn die Kegler etwas essen wollten“, erklärt Claudia Horn. Sie ist aber zuversichtlich, dass sich auch für dieses Problem eine Lösung finden wird. „Bisher hat noch keiner der Vereine angekündigt, die Bahnen nicht mehr zu nutzen, wenn es kein Essen mehr gibt.“ 75 Hobbyclubs sind außer den Sportkeglern regelmäßig im Untergeschoss der Stadthalle aktiv. Zudem bieten die Mitglieder des KV Gütersloh-Rheda auch Gruppen, Firmen, Schulklassen und anderen Interessenten die Möglichkeit, die Kegelbahnen zu nutzen. „Kegeln ist bei Weihnachtsfeiern sehr beliebt“, erzählt Claudia Horn. „Und wir haben auch schon einige Kindergeburtstage ausgerichtet.“

Richtige Entscheidung

Das Vereinsheim zu übernehmen, erweist sich nach mehr als einem Jahr auf jeden Fall als richtige Entscheidung. „Wir haben die absolute Freiheit bei der Organisation“, sagt die Vorsitzende. Das sei für die Sportkegler sehr wichtig. „Als die Kegelbahnen noch vom Team der Sinfonie an Hobbykegler vergeben worden sind, konnte es schon mal passieren, dass wir zu unseren üblichen Trainingszeiten nicht mehr auf die Bahn konnten.

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