Kemena investiert in Gütersloh
Bild: Dinkels
Logistik-Dienstleister mit Gleisanschluss: Die Firma Kemena baut am Sandbrink auf ihrem Gelände zwischen der Bahnlinie und den Gleisen der Teutoburger Waldeisenbahn (TWE, Bild) eine dritte Halle für den Güterumschlag.
Bild: Dinkels

Das Besondere: Wegen des schwierigen Zuschnitts des Grundstücks zwischen Bahnlinie und TWE-Strecke fällt der Neubau dreieckig aus. Das erschwert den Innenausbau. Die ersten Baumaßnahmen haben Ende 2018 begonnen. Die Fertigstellung ist nach Angaben von Unternehmenssprecherin Alicia Jording für August geplant. Die Stützpfeiler stehen schon.

Der Platz in den beiden bestehenden, jeweils 10.000 Quadratmeter großen Hallen habe nicht mehr gereicht, sagt Jording. Mit der Erweiterung kommen 5000 Quadratmeter hinzu. Mehr erlaubt das zwischen den Gleisen spitz zulaufende Gelände nicht. Bald sind es also 25.000 Quadratmeter Hallenfläche. Schon vorhanden ist ein 360 Meter langer, innenliegender Gleisanschluss.

Mohn Media und Nobilia als Kunden

Das Unternehmen mit Hauptsitz in Löhne arbeitet in Gütersloh vorrangig für Druckunternehmen und Küchenhersteller in der Region. Daher ist es keine Überraschung, dass auch Mohn Media und Nobilia zu den Kunden gehören. Papier beispielsweise wird mit der Bahn angeliefert und auf Lastwagen zum Kunden gefahren. Geräte für die Küchenindustrie (Weiße Ware) kommen hingegen noch über die Straße.

„Der Standort in Gütersloh hat sich seit der Eröffnung in 2011 rasant entwickelt“, erklärt Geschäftsführer Dr. Timo Jording. „Insbesondere der Gleisanschluss ist beispielsweise für die internationale Papierbranche von großem Interesse. Im vergangenen Jahr haben wir insgesamt 250.000 Tonnen Papier über unseren Gleisanschluss umgeschlagen. Positiver Nebeneffekt dabei ist, dass wir gleichzeitig Altpapier, Spanplatten oder auch Stahl zurückführen und die Güterzüge somit kaum Leerfahrten machen. Dadurch wird der Straßenverkehr entlastet und die Umwelt geschont.“

In Gütersloh beschäftigt Kemena rund 40 Mitarbeiter. Im gesamten Unternehmen mit zwei Standorten am Stammsitz Löhne sind es rund 270 Beschäftigte. Das Betriebsgelände an allen drei Standorten umfasst insgesamt etwa 120.000 Quadratmeter.

Das inhabergeführte mittelständische Familienunternehmen blickt auf eine mehr als 100-jährige Firmengeschichte zurück. 1912 gründete Hermann Kemena in Löhne eine Kohlenhandlung, aus der sich der heutige Logistik-Dienstleister entwickelt hat.

Das Unternehmen bildet in Gütersloh auch aus – zum Kaufmann für Speditions- und Logistikdienstleistungen. Zu den gegenwärtig drei Auszubildenden sollen in diesem Jahr laut Alicia Jording zwei weitere hinzukommen.

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