Kette als Zeichen für Menschenrechte
Am Samstag, 16. Mai, wollen sich (v. l.) Hans-Peter Rosenthal, Daniela Feldmann, Henner Schröder und Hans-Walter Schomann mit vielen Mitstreitern als symbolisches Zeichen in die von der Nordsee bis zum Mittelmeer führende „Rettungskette für Menschenrechte“ einreihen.

Am Samstag, 16. Mai, wollen die Ideengeber für Isselhorst und Umgebung ein durch ganz Deutschland, Österreich bis nach Italien führendes Zeichen für Menschenrechte und gegen Flüchtlingsursachen setzten. Angewiesen sind die Dorfentwickler dabei auf die Unterstützung von Personen aus dem gesamten Kirchspiel Isselhorst sowie des Umlands.

Unter den Slogan „Rettungskette für Menschenrechte – Hand in Hand“ setzten Männer, Frauen und Kinder aus gleich drei europäischen Staaten an dem Samstag von 12 bis 12.30 Uhr mit einer 1300 Kilometer langen, von Hamburg bis Chioggia (Italien, Nähe Venedig) reichenden Menschenkette ein Zeichen gegen das Flüchtlingselend in Europa. „Wir wollen dem Sterben nicht länger zusehen – Bekämpfung von Fluchtursachen statt Bekämpfung von Geflüchteten“, lautet der Untertitel der Veranstaltung.

Es ist schon ein kleiner Zufall, dass die Menschenkette auch durch den Kreis Gütersloh führt – und zwar von Bielefeld-Ummeln bis nach Rheda-Wiedenbrück entlang der Bundesstraße 61. Als die erst kürzlich neu gebildete Vorstandsgemeinschaft des Dorf- und Heimatvereins mit Daniela Feldmann, Hans-Walter Schomann, Hans-Peter Rosenthal und Henner Schröder von dem Vorhaben erfuhr, gab es keine zwei Meinungen. Einstimmig wurde im Rahmen der Jahreshauptversammlung für die Beteiligung votiert.

„Wir wollen keinen politischen Einfluss oder Flüchtlingspolitik machen, sondern ein Zeichen für die Menschenwürde setzen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger“, begründet der erst kürzlich als Nachfolger des Ehrenvorsitzenden Siegfried Kornfeld gewählte Henner Schröder seine erste Amtshandlung als Vorsitzender. Wichtig ist den Verantwortlich dabei ihre politische Neutralität.

Den Verdacht der politischen Stellungnahme unterdrückt auch hier der als Privatmann sprechende Grünen-Ratsherr Hans-Peter Rosenthal: „Uns ist der länderübergreifende, EU-weite Gedanke wichtig. Wir wollen verbindend sein, uns überparteilich einsetzten.“ Der Dorf- und Heimatverein verkörpere lediglich die Rolle des Fädenziehers auf lokaler Ebene.

Auf der Suche nach Mitstreitern sind bereits Briefe an alle 27 Vereine im Kirchspiel geschickt worden. Der Kontakt zu Schulen und Kindergärten soll in der kommenden Woche erfolgen. Trotz der erst relativ kurzen Zeitspanne sind zur Freude der Organisatoren bereits etliche Unterstützungszusagen eingetroffen.

Henner Schröder hat aber schon mit ersten Berechnungen begonnen. Laut Google-Maps beträgt die Isselhorster Strecke an der B 61 von der Kreuzung Schenkenhof bis zur Siekmann-Kreuzung 836 Meter. Bei einer von Henner Schröder berechneten Spannweite von 1,30 Meter pro Person wären 643 Freiwillige von Nöten. Angesichts von rund 400 aus dem Umfeld des Dorf- und Heimatverein aktivierten Mitstreitern „kriegen wir die Menschenkette entlang der B 61 auf alle Fälle auf die Reihe“, ist sich das Quartett sicher. Aufgrund der Ausbreitung des Corona-Virus scheint derzeit auch eine Verlegung der Aktion auf einen späteren Zeitpunkt möglich. Sie könnte auch im Herbst stattfinden.

SOCIAL BOOKMARKS